Corona-Pandemie

22. Oktober 2020 21:01; Akt: 22.10.2020 21:12 Print

Weitere Einschränkungen in Rheinland-​​Pfalz

Schnelltests in Pflegeheimen und Stoßlüften in Schulen: Das sind zwei der Maßnahmen, mit denen Rheinland-Pfalz gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus vorgeht.

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Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen schränkt die Landesregierung den Umfang privater Feiern ein - noch maximal 25 Menschen dürfen teilnehmen. Zudem wird an weiterführenden Schulen bei der Corona-Warnstufe Rot die Maskenpflicht auf den Unterricht ausgeweitet, von dieser Regel wird es aber auch Ausnahmen geben. Hingegen gibt es in Pflegeheimen vorerst keine generellen Besuchsverbote. Die Entwicklung in Rheinland-Pfalz im Überblick:

Versammlungen: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürfen in Rheinland-Pfalz von Montag an nur noch maximal 25 Menschen an privaten Feiern «in angemieteten oder zur Verfügung gestellten» Räumen teilnehmen. Diese Entscheidung des Ministerrats teilte Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag mit. Bisher waren private Feierlichkeiten noch teils mit bis zu 75 Personen möglich. Die Regelung gilt landesweit. Private Partys und Familienfeiern seien nach wir vor die Hauptursache für die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen, sagte Dreyer. «Es ist derzeit nicht die Zeit für Feiern», rief sie die Bevölkerung zur Zurückhaltung auf.

Pflegeheime: Schnelltests in Serie, aber keine generellen Besuchsverbote in Pflegeheimen: Mit dieser Strategie will die Landesregierung die Bewohner bestmöglich vor dem Coronavirus und sozialer Isolation schützen. «Wir wollen, dass es in Rheinland-Pfalz nicht wieder wie bei dem Lockdown im Frühjahr zu einem generellen Besuchsverbot kommt», sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz bei der Vorstellung des neuen Mustertestkonzepts. Das Konzept sieht vor, dass sich Bewohner, Nutzer sowie Beschäftigte von stationären, teil-stationären und ambulanten Einrichtungen und Diensten im Bereich der Pflege und der Eingliederungshilfe mindestens einmal pro Woche testen lassen können. Auch Besucher könnten sich in Einzelfällen untersuchen lassen.

Schule: Die Maskenpflicht wird an weiterführenden Schulen bei der Corona-Warnstufe Rot auf den Unterricht ausgeweitet. Von dieser Regel wird es aber auch Ausnahmen geben. Stoß- und Querlüften ist laut Bundesumweltamt und Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) das A und O. Für die Unterrichtsräume, in denen nicht gelüftet werden kann, die aber trotzdem gebraucht werden, können die Schulen mobile Lüftungsgeräte anschaffen. Überfüllte Schulbusse seien seltener geworden, seit die Kommunen und Kreise mit finanzieller Unterstützung des Landes zusätzliche bestellen könnten, sagte der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, Burkhard Müller (SPD).

Prüfung: CDU-Spitzenkandidat und Landtagsfraktionschef Christian Baldauf hat angeregt, die Abiturprüfungen 2021 möglicherweise in den Frühling oder Sommer zu verlegen. In Anbetracht des aktuellen Infektionsgeschehens, dem Ende der Herbstferien sowie absehbaren Entwicklungen müsse der Schulbetrieb in vielen Punkten neu gedacht und umgestellt werden, sagte Baldauf einer Mitteilung zufolge. Quarantäne, Lüftungsproblematik und Unterrichtsausfall seien keine guten Voraussetzungen für erfolgreiche Abschlussprüfungen. Wie in diesem Jahr zu erkennen war, lasse sich zumindest das Infektionsgeschehen in den wärmeren Monaten leichter kontrollieren.

Neue Zahlen: Den zweiten Tag in Folge hat die Zahl von Corona-Neuinfektionen in Rheinland-Pfalz einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von 24 Stunden registrierten die Gesundheitsämter nach Angaben des Landesuntersuchungsamts vom Donnerstag (Stand 14.05 Uhr) 546 neue Fälle - so viel wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie Ende Februar. Insgesamt kletterte die Zahl der laborbestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf 15 174. Aktuell sind nach den Zählungen der Gesundheitsämter nunmehr 4057 Menschen in Rheinland-Pfalz mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen am Donnerstag in Rheinland-Pfalz 45 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen (Stand 12.15 Uhr). Das entspreche fünf Prozent der belegten Intensivbetten. 18 oder 40 Prozent dieser Patienten wurden beatmet.

Task Force: Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz können nach Einschätzung des Leiters der Task Force zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, Detlef Placzek, die Neuinfektionen noch nachverfolgen. «Wir kriegen das in der Regel noch hin», sagte Placzek in Mainz. «Wir sehen das aber auch mit Sorge.» Landkreistag-Direktor Müller sagte: «Ich habe bisher noch keine Rückmeldung von den Gesundheitsämtern, dass wir die Kontaktverfolgung nicht mehr hin bekommen.»

Ärzte: Die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz und die Ärztekammer des Saarlandes haben sich für das Tragen einer Alltagsmaske und das Beachten der Hygienemaßnahmen sowie für Abstand halten, regelmäßiges Lüften und das Nutzen der Corona-Warn-App ausgesprochen. «Diese bundesweit eingeführten Maßnahmen soll jeder von uns derzeit beherzigen und befolgen. Das ist zurzeit unsere erste Bürgerpflicht», sagten die Präsidenten der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Günther Matheis, und der Ärztekammer des Saarlandes, Josef Mischo. Sie unterstützen damit auch die Verordnungen der Landesregierungen.

Test negativ: Ein Corona-Test von Christian Baldauf ist negativ ausgefallen. Das teilte die CDU Rheinland-Pfalz am Donnerstag mit. Der 52-Jährige hatte sich am Mittwoch vorübergehend vorsorglich selbst isoliert. Zuvor war er vom Gesundheitsamt Trier-Saarburg darüber informiert worden, dass er eine Veranstaltung besucht hatte, bei der auch eine positiv getestete Person anwesend war. Baldauf hat bis einschließlich Freitag alle Termine abgesagt. Am Samstag wird er erneut getestet.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kann das ganze Politikum nicht mehr sehe am 24.10.2020 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso trägt die Dreyer keine Maske??? Wasser predigen u. Wein saufen!!!!

  • Politikgergeschwätz am 22.10.2020 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder eine Politikerin, die an die Bevölkerung appeliert u. so was soll Mensch ernst nehmen. Nein u. nochmals nein, ich lasse mich vom Politikergeschwätz nicht manipulieren u. habe von den Vertretern des Volkes die Schnauze voll; denn für diese sind nur an den vom Steuerzahler finanzierte Diäten wichtig. Langsam muß doch für die übrige Bevölkerung auch erkennbar sein, dass bei der Corona-Krise politisch- medial kräftig nachgeholfen wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kann das ganze Politikum nicht mehr sehe am 24.10.2020 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso trägt die Dreyer keine Maske??? Wasser predigen u. Wein saufen!!!!

  • Politikgergeschwätz am 22.10.2020 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder eine Politikerin, die an die Bevölkerung appeliert u. so was soll Mensch ernst nehmen. Nein u. nochmals nein, ich lasse mich vom Politikergeschwätz nicht manipulieren u. habe von den Vertretern des Volkes die Schnauze voll; denn für diese sind nur an den vom Steuerzahler finanzierte Diäten wichtig. Langsam muß doch für die übrige Bevölkerung auch erkennbar sein, dass bei der Corona-Krise politisch- medial kräftig nachgeholfen wird.

    • @Pgeschwätz am 23.10.2020 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig. Appelle allein genügen nicht. Es muss genaue Regeln geben die auch von der Polizei streng kontrolliert werden.

    • Arnulf Gräf am 31.10.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      wie ist das mit dem Auto ? ich nehme 2 Kolleginnen abends mit ,ist das erlaubt ? Masken auf ?

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