Luxemburg gut vorbereitet

03. August 2020 15:01; Akt: 03.08.2020 15:15 Print

Wolfsrisse in der Eifel gehen auf ein Tier zurück

ARZFELD/LUXEMBURG – DNA-Proben haben bestätigt, dass die getöteten Weidetiere in der Eifel auf einen Wolf zurückgehen. Die Grenznähe macht Luxemburger Wolfexperten keine Sorgen.

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Die Wolfrisse nahe der Eifeldörfer Irrhausen und Großkampenberg bei der luxemburgischen Grenze gehen auf dasselbe Tier zurück. Das hat die Analyse von DNA-Proben durch das hessische Senckenberg Forschungsinstitut ergeben, wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Montag mitteilte. Der männliche Wolf stammt aus Niedersachsen und konnte im Januar erstmals anhand einer Kotprobe nachgewiesen werden. Zuletzt gab es auch Nachweise in den Niederlanden und Belgien.

Die fünf toten Schafe waren Mitte Juli auf einer Weide gefunden worden. Unklar war zunächst, ob das Tier auch für andere Risse in der Region verantwortlich ist. Die Individualisierung stehe noch aus. «Wir nehmen die Sorgen der Nutztierhalter in der Region ernst und prüfen im Moment die Erweiterung des Präventionsgebietes»‚ sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Im September vergangenen Jahres hat Rheinland-Pfalz auch in der Eifel Schutzvorkehrungen eingeführt. Die Verbandsgemeinden Prüm, Gerolstein und Adenau sind seitdem Wolfspräventionsgebiet.

Luxemburg ist «sehr gut vorbereitet»

Dr. Laurent Schley, der stellvertretende Direktor der Natur- und Forstverwaltung von Luxemburg, bestätigte im Gespräch mit L'essentiel, dass man wegen der Fälle, die sich nur wenige Kilometer vor der Grenze des Großherzogtums ereignet haben, in «permanentem Kontakt mit den Nachbarn» stehe. Luxemburg sei auf mögliche Fälle im eigenen Land aber «sehr gut vorbereitet». Generell sei es aber wichtig, dass Problem nicht zu dramatisieren. Für Menschen bestehe keine Gefahr, lediglich die Übergriffe auf Schafe seien ein «reelles Problem», so der Experte. Für den Fall gibt es in Luxemburg einen umfangreichen Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen, der «ein System für die Entschädigung möglicher Verluste oder die Bezuschussung der Kosten von Präventionsmaßnahmen» vorsieht.

Die Landwirte in Rheinland-Pfalz sowie die Betreiber von Wildgehegen können ebenfalls Fördermittel für die Sicherung von Herden mit Zäunen und Hunden beantragen. Wenn Tiere von einem Wolf gerissen werden, werden die Halter vom Land entschädigt.

(dm/L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean-Claude am 14.08.2020 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht Wölfe? Politiker ;)

  • Roland Palm am 04.08.2020 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Insgesamt 2067 Nutztiere sind in Deutschland offiziell von Wölfen gerissen worden - häufig obwohl im Voraus sämtliche nur denkbaren Herdenschutzmßnahmen ergriffen wurden. Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher sein, weil viele Nutztierhalter es aufgegeben haben, ihre offensichtlichen Wolfsrisse zu melden, wenn es wiederum angeblich “wildernde Hunde” gewesen sein sollen, die mysteriöserweise seit Auftreten des Wolfes sprunghaft ihre Vorliebe für Nutztiere entdeckt haben. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass für Schäden durch Hunde anders als für solche von Wölfen kein Halter haftet, sondern

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean-Claude am 14.08.2020 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht Wölfe? Politiker ;)

  • Roland Palm am 04.08.2020 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Insgesamt 2067 Nutztiere sind in Deutschland offiziell von Wölfen gerissen worden - häufig obwohl im Voraus sämtliche nur denkbaren Herdenschutzmßnahmen ergriffen wurden. Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher sein, weil viele Nutztierhalter es aufgegeben haben, ihre offensichtlichen Wolfsrisse zu melden, wenn es wiederum angeblich “wildernde Hunde” gewesen sein sollen, die mysteriöserweise seit Auftreten des Wolfes sprunghaft ihre Vorliebe für Nutztiere entdeckt haben. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass für Schäden durch Hunde anders als für solche von Wölfen kein Halter haftet, sondern