Luxemburg

10. März 2016 15:33; Akt: 10.03.2016 21:34 Print

2015 wurden mehr als 120 Homo-​​Ehen geschlossen

LUXEMBURG - 7 von 100 Ehen wurden im Vorjahr in Luxemburg von homosexuellen Paaren eingegangen. Auch im Ausland geschlossene Homo-Ehen sollen bald anerkannt werden.

storybild

Von den 2015 in Luxemburg geschlossenen Ehe entfielen sieben Prozent auf homosexuelle Paare.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mehr als 120 homosexuelle Paare haben sich im Vorjahr in Luxemburg das Jawort gegeben. Das sind sieben Prozent aller im Jahr 2015 geschlossenen Ehen. Diese Zahlen gehen aus Informationen hervor, die L'essentiel vorliegen. Offiziell sind die Zahlen noch nicht – die endgültigen Statistiken sollen bis Ende März veröffentlicht werden.

Die Homo-Ehe ist seit 1. Januar 2015 im Großherzogtum möglich. Henri und Jean-Paul waren am Donnerstag, 1. Januar 2015, das erste homosexuelle Paar in Luxemburg, das in Differdingen in den Hafen der Ehe einfuhr. Am 15. Mai gaben sich Premierminister Xavier Bettel und sein Partner Gauthier Destenay im Rathaus der Stadt Luxemburg das Jawort.

Auch ausländische Ehen sollen anerkannt werden

In der Hauptstadt wurden im Vorjahr insgesamt 49 homosexuelle Eheschließungen begangen. In Esch/Alzette waren es laut inoffiziellen Angaben elf Paare. Zwischen 2010 und 2014 wurden in Luxemburg insgesamt 8624 Ehen geschlossen, pro Jahr bedeutet dies einen Schnitt von 1725 Trauungen. Sollte sich diese Tendenz bestätigen, hätten im Vorjahr mindestens 120 homosexuelle Paare den Bund der Ehe geschlossen.

Im Mai 2016 will sich die Chamber zudem mit einem Gesetzesentwurf befassen, der auch homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, zu Anerkennung in Luxemburg verhelfen soll. «Ein homosexuelles Paar, das sich in Belgien oder Brasilien trauen ließ, wird in Luxemburg immer noch als ledig betrachtet», sagt Viviane Loschetter, Fraktionspräsidentin von Déi Gréng und Berichterstatterin des Gesetzesprojekts. In der zuständigen Chamber-Kommission gaben die Abgeordneten bereits grünes Licht. Nur die ADR enthielt sich ihrer Stimme. Sollte das Gesetz verabschiedet werden hätte es laut Loschetter eine Rückwirkung für alle Paare, die vor dem 1. Januar 2015 geheiratet haben.

In Frankreich entfielen 2014 4,4 Prozent aller geschlossenen Ehen auf homosexuelle Paare, wie das Institut Insee am Donnerstag bekanntgab.

(Frédéric Lambert/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg Friedrich am 12.03.2016 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ganze 120 Ehen. Vow, na das ist eine "riesengrosse" Zahl! Interessant, wie "gross" denn sie nächstes Jahr sein wird, wenn ohnehin so kleine Anfangswelle (all die, die auf das Geset gewartet hatten) schon vorbei sein wird? Ich tippe auf 20-30. Lohnte sich wirklich, wegen solch mikriger Zahlen mit der Institution Ehe und Familie ein soziales Experiment zu wagen? Bestimmt nicht.

    einklappen einklappen
  • Gerry am 10.03.2016 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat Gesetz war jo och "sou" wichteg. Mer sin mettlerweil sou weit dass dei Hetero diskrimineiert gin. Wann en eng Famill grend an en Familienbuch unfreet, krit een keent (well do père an mère steet). Dat alt erem as "diskrimineierend" vis-à-vis vun den Homosexuellen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Georg Friedrich am 12.03.2016 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ganze 120 Ehen. Vow, na das ist eine "riesengrosse" Zahl! Interessant, wie "gross" denn sie nächstes Jahr sein wird, wenn ohnehin so kleine Anfangswelle (all die, die auf das Geset gewartet hatten) schon vorbei sein wird? Ich tippe auf 20-30. Lohnte sich wirklich, wegen solch mikriger Zahlen mit der Institution Ehe und Familie ein soziales Experiment zu wagen? Bestimmt nicht.

    • Rudy am 13.03.2016 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      Ach, Georg Friedrich, SIE schon wieder mit ihrem homophoben Müll, den Sie auf sämtlichen Seiten verzapfen müssen! Wegen solch mikriger Zahlen sehen sie "Eheundfamilie" in Gefahr und die Erweiterung als Experiment? Lohnt es sich etwa wegen "solche mikriger Zahlen" dauernd gegen homosexuelle Paare zu wettern? Hat es den Familien irgendwas gekostet oder was weggenommen? NEIN! Was kommt demnächst? Wegen "solch mikriger Zahlen" machen Sie Stimmung gegen gemischtrassige Ehen? Haben SIE nichts anderes zu tun? Niemand zwingt sie schwul zu sein, oder gleichgeschlechtlich zu heiraten!

    einklappen einklappen
  • Gerry am 10.03.2016 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat Gesetz war jo och "sou" wichteg. Mer sin mettlerweil sou weit dass dei Hetero diskrimineiert gin. Wann en eng Famill grend an en Familienbuch unfreet, krit een keent (well do père an mère steet). Dat alt erem as "diskrimineierend" vis-à-vis vun den Homosexuellen.

    • Rudy am 12.03.2016 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      Und den Gegnern und den klassischen Familien ist es auch soooo wichtig, dass diese 120 Homo-Paare bloß nicht heiraten dürfen, damit es denen praktisch besser geht.

    • John am 13.03.2016 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Fir dei Leit dei et betrefft ass daat Gesetz duerchaus extrem wichteg.

    einklappen einklappen