In Luxemburg

14. April 2016 13:33; Akt: 14.04.2016 13:42 Print

«Leiharbeitsfirmen betreiben kein Sozialdumping»

LUXEMBURG – Großherzogtum-Bashing liegt derzeit in Frankreich ziemlich im Trend. Aber manchmal schneidet sich der Nachbar dabei ins eigene Fleisch.

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Luxemburgische Zeitarbeitsfirmen wehren sich gegen den Vorwurf, mit Frankreich, Deutschland und Belgien Sozialdumping zu betreiben. (Bild: Editpress)

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In Frankreich wird Luxemburg spätestens seit LuxLeaks gerne zum Sündenbock hexagonaler Beschwerden gemacht. Das jüngste Beispiel liefert der französische Sozialisten-Abgeordnete Gilles Savary, der vergangene Woche eine Änderung des französischen Arbeitsgesetzes verlangt hat: Es geht um «die gleichen Arbeitsbedingungen» für entsandte Arbeiter in Frankreich. Diese Änderung zielt vor allem auf Franzosen ab, welche in einer luxemburgischen Zeitarbeitsfirma unter Vertrag sind und für Aufträge wieder nach Frankreich geschickt werden.

Die luxemburgischen Leiharbeitsfirmen, denen Sozialdumping mit Frankreich, Deutschland und Belgien unterstellt wird, verteidigen sich. «Jede Leiharbeit in Luxemburg wird mit dem Mindestlohn (Anmerkung: höher als bei den Nachbarn) vergütet. Die Einhaltung der Arbeitsbedingungen im Arbeitsland wie Wochenarbeitszeit und Urlaub sind verpflichtend. Die Leiharbeitsfirmen betreiben kein Sozialdumping», sagte Mark Kieffer, Generalsekretär von Fedil employment services.

Im Jahr 2009 wurde ein Viertel der Leiharbeitnehmer in ihre Heimatländer entsandt, doch seit 2010 hat sich ihre Zahl aufgrund einer EU-Verordnung verringert. Nach der Verordnung werden Arbeitnehmer, die mehr als 25 Prozent ihrer Arbeitszeit in ihrem Heimatland verbringen, an die Sozialversicherung ihres Landes überwiesen. Darüber hinaus müssen Leiharbeitnehmer vor der Entsendung mindestens einen Monat bei der CNS versichert sein. Ob es den französischen Politikern nun gefällt oder nicht, Schutzmaßnahmen existieren. Warum also Luxemburg für sein Sozialversicherungssystem die Schuld geben?

(Patrick Théry/L'essentiel)

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