Im Museum «Dräi Eechelen»

27. März 2014 16:27; Akt: 27.03.2014 17:08 Print

Abgesagte Ausstellung sorgt für Unmut

LUXEMBURG - Eine in Zusammenarbeit mit der Universität entwickelte Ausstellung zum Ersten Weltkrieg wurde von der Regierung abgesagt. Das sorgt für Unmut bei Historikern.

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Die Ausstellung sei eine gute Gelegenheit, eine Periode der Luxemburger Geschichte während des Ersten Weltkrieges, die dabei ist in Vergessenheit zu geraten, neu zu beleben. (Bild: DPA)

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Die für die zweite Hälfte 2015 angekündigte Ausstellung zum Ersten Weltkrieg «La petite Guerre - le Luxembourg entre 1914 - 1919» im hauptstädtischen Museum «Dräi Eechelen» findet nicht statt. Am 14. März hat der Ministerrat beschlossen, die Ausstellung zu streichen, wie das Staatsministerium und das Kulturministerium am Mittwochabend mitteilten. Die geplanten Kosten von 256‘000 Euro seien zu hoch, lautete die Begründung. Diese Mittel seien im Abkommen über die Zusammenarbeit mit der Universität nicht vorgesehen. Die Ausstellung werde jedoch nicht komplett ausfallen, sondern nur suspendiert, erklärte Premier Xavier Bettel am Donnerstagmorgen im Radio «100,7».

Doch einige Professoren der Universität sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Benoît Majerus etwa, Professor der Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften, wirft der Regierung auf seinem Blog Wortbruch vor. In einer Antwort auf eine parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser habe Premierminister Xavier Bettel vor zwei Monaten noch angekündigt, dass eine große Ausstellung über den Ersten Weltkrieg in in Luxemburg «auf die Beine gestellt» werde, moniert Majerus. Seitdem sei die Exposition regelmäßig ein Thema in der nationalen und internationalen Presse gewesen, erklärte der Professor.

Ministerium: Recherchen der Uni nicht umsonst

Majerus verfasste seinen Doktortitel über die Besetzung Belgiens während der beiden Weltkriege. Der Zweite Weltkrieg sei viel besser dokumentiert, als der erste, so Majerus weiter. Die Ausstellung sei eine gute Gelegenheit, eine Periode der Luxemburger Geschichte, die dabei ist in Vergessenheit zu geraten, neu zu beleben.

Die Recherchen der Forscher der Universität Luxemburg und die Sammlung von etwa 1‘300 Dokumenten durch das Nationalarchiv seien nicht umsonst gewesen, betont jedoch das Kulturministerium. Ihre Arbeiten könnten im Rahmen von Konferenzen, in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und auf einer speziellen Webseite dem breiten Publikum vorgestellt werden.

In diesem Jahr finden viele Gedenkfeiern in Europa statt, unter anderem im französischen Verdun und in der Region der Yser in Belgien. Auch in Luxemburg finden zum 100. Jahrestag des Weltkriegs mehrere Veranstaltungen statt. Sie werden aber vor allem durch Kultur-und Geschichtsvereine organisiert.

(L'essentiel/tageblatt.lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tape am 27.03.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir dieser Generation denn nichts schuldig?

  • Jott am 28.03.2014 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    "Der Zweite Weltkrieg sei viel besser dokumentiert, als der erste, so Majerus weiter." Tja und so wird es dann wohl auch bleiben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jott am 28.03.2014 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    "Der Zweite Weltkrieg sei viel besser dokumentiert, als der erste, so Majerus weiter." Tja und so wird es dann wohl auch bleiben.

  • Tape am 27.03.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir dieser Generation denn nichts schuldig?