Luxemburg

06. Mai 2015 22:17; Akt: 07.05.2015 14:49 Print

«Spaghettimonster schuf das Universum»

LUXEMBURG – Die Mitglieder der Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters beten Nudeln und Bier an. Jetzt fordern die Pastafaris Unterstützung vom luxemburgischen Staat.

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Die Verehrer des Pastafarianismus glauben daran, dass ein Monster aus Spaghetti und Fleischbällchen die Erde erschaffen hat.

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«Ich war schon immer ein Pastafarian weil ich schon immer Spaghetti Bolognese mochte.» Das sagt Erzbischof Strozzapreti von der luxemburgischen Pastafari-Kirche, auf Facebook auch bekannt als Heilige luxemburgische Kirche des fliegenden Spaghettimonsters. Kein Dogma, keine Verbote, ein Gott, der sich aus Nudeln und Fleischbällchen zusammensetzt – die Pastafari-Religion stellt für viele eine Versuchung dar. Auf Facebook gibt es allein in Luxemburg mehr als 1200 Follower, darunter Familienministerin Corinne Cahen und der Abgeordnete Eugène Berger.

Trotz der illustren Namen hat seine Eminenz Archbischof Strozzapreti (Strozzapreti sind handgerollte italienische Nudeln – wörtlich bedeutet der Name «Priester-Würger») derzeit andere Dinge im Sinn. Da der Staat bereits mit anderen Religionen eine Kirchen-Konvention vereinbart hat, hat sein «Pastorenteam» entschieden, ebenfalls die Vorzüge, die der luxemburgische Staat den Religionsgemeinschaften bietet, einzufordern. «Wir glauben, dass wir dieselben Kriterien erfüllen», erklärt er. «Unserer Religion existiert seit mehr als 1000 Jahren.» Im Jahr 963 soll das fliegende Spaghettimonster das Universum geschaffen haben. «Es ist immer noch unter uns. Die Beweise seiner Existenz sind unwiderlegbar.» So ist es nur logisch, dass seine Kirche am Montag einen offenen Brief an Religionsminister Xavier Bettel geschickt hat, um die «offizielle Anerkennung und finanzielle Unterstützung» zu bekommen.

Nudeln und Bier!

Das Geld vom Staat würde der Kirche erlauben, Orte für die Religionsausübung zu schaffen – dort könnten die Gläubigen Nudeln essen, ohne sich verstecken zu müssen. «Die Gläubigen sind heutzutage gezwungen, Spaghetti nach Hause zu schmuggeln oder sie für viel Geld in Restaurants einzukaufen – in einem Land, das vom Vatikan belagert wird», erklärt Erzbischof Strozzapreti, der eigentlich Jörg Wimpfheimer heißt. Die Kirche glaubt, dass «ein Jahresbudget von 7,5 Millionen Euro» genug wäre, um wie die Maden im Speck zu leben. Was ihre religiösen Werte angeht, hat die Kirche ihren Frieden mit einer Welt gemacht, die nicht perfekt ist. Denn die Pastafaris sind davon überzeug, dass das fliegende Spaghettimonster betrunken war, als es das Universum schuf. Das erklärt einiges. Wenn die Anhänger der Religion sterben, warten im Paradies unter anderem ein Biervulkan und ein Stripper-Fabrik auf sie. Auf Erden haben sie nur zwei Forderungen: Nudeln für alle und unter keinen Umständen Steuern auf Bier.

Diese Forderungen bringen sie zum Schmunzeln? Seien sie gewarnt – denn insbesondere der Erzbischof sieht seine Religion keinesfalls «lustig» oder «lächerlich». «Religion ist ein ernstes Thema», sagt er. «Unser Schöpfer wird oft nicht ernst genommen, weil er aus Spaghetti besteht – aber er ist nicht weniger lächerlich als der allmächtige Gott, den unsere Kollegen verteidigen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R3 N3 am 05.06.2016 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gaaaanz rischtig dee läschte Saatz ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • R3 N3 am 05.06.2016 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gaaaanz rischtig dee läschte Saatz ;-)