Flüchtlingsdrama

30. Juni 2015 12:05; Akt: 30.06.2015 15:52 Print

«Die Toten kommen auch nach Luxemburg»

LUXEMBURG - Mit symbolischen Gräbern klagen Menschen in ganz Deutschland das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik an. Die Aktion erreicht nun auch das Großherzogtum.

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Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik hat eine Künstlergruppe vor kurzem eine im Mittelmeer ertrunkene Syrerin in Berlin bestattet. Die umstrittene Aktion namens «Die Toten kommen» sorgte in Deutschland für einigen Wirbel. «Befremdlich, pietätlos, politische Pornografie», schimpften sogar linke Politiker. Doch als Folge der Inszenierung der Künstlergruppe «Zentrum für politische Schönheit» sind in Deutschland mittlerweile bereits mehrere hundert kleine, symbolische Gräber als Mahnmal für die toten Flüchtlinge im Mittelmeer entstanden - und auch in Luxemburg tauchen seit Tagen Holzkreuze mit der Inschrift «Hier ruht ein Flüchtling» auf.

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Passanten war in den vergangenen Tagen bereits ein solches symbolisches Grab auf der Place de Bruxelles in der Stadt Luxemburg aufgefallen. Die deutsche Netzaktivistin und frühere Piratenpolitikerin Anke Domscheit-Berg, die für eine Diskussionsrunde in Luxemburg weilte, twitterte am Montag zwei Fotos der Stelle bei der provisorischen Brücke in Richtung Bahnhof und schrieb:


Auch andere Nutzer im Großherzogtum posteten Bilder der Mahnmäler:

#dietotenkommen #luxembourg #knuedler

Ein von Pascal Piron (@pascalpiron) gepostetes Foto am



Das «Zentrum für politische Schönheit» ist bekannt für umstrittene Aktionen, darunter die Umsetzung von Gedenkkreuzen für DDR-Maueropfer und eine gefälschte Pressemitteilung der deutschen Bundesregierung.

Die Aktion «Die Toten kommen» war bisher ihre erfolgreichste, schreibt die taz. Tausende Demonstranten hatten sich vergangene Woche an dem sogenannten «Marsch der Entschlossenen» vor dem Reichstag in Berlin beteiligt und mehr als hundert Gräber als Mahnung an das Flüchtlingssterben ausgehoben. Es gab Festnahmen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. «Das Sterben im Mittelmeer muss aufhören», so die Botschaft an die Politik. Zwölf der 28 EU-Länder hatten kürzlich verpflichtende Flüchtlingsquoten in der Union blockiert.

Link:
Die Toten kommen

(jt/L'essentiel)

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