In Luxemburg

08. Februar 2016 12:44; Akt: 08.02.2016 12:51 Print

Warum der nächste Index nicht fallen will

LUXEMBURG – Sie verschiebt sich immer weiter nach hinten. Nun kommt die nächste Indextranche wohl erst zum Jahresende. Und das, obwohl alles immer teurer wird, oder?

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Bisher bleibt vom Lohn immer noch nicht mehr übrig. (Bild: Editpress/Isabelle Finzi)

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Ein kurzer Blick auf die Gehaltsabrechnung und die Schlussfolgerung ist klar: Leos drei vergangene Lohnerhöhungen sind mit den vergangenen drei Kostenanpassungen der Indextranchierung zusammengefallen (2011, 2012 und 2013). Das Gleiche gilt für seine Lebensgefährtin Anna. «Die Indextranchierung ist in der Tat unsere einzige Konjunkturspritze, deshalb erwarten wir das immer ungeduldig.» Doch bisher ließ sie sich nicht blicken, die Statistikbehörde Statec erklärt, warum.

«Wir haben die Menschen nie betrogen», sagt Tom Haas von der Vorhersage- und Modellrechnungs-Abteilung der Statec. «Bei jeder Vorhersage werden drei Szenarien in Abhängigkeit von der Entwicklung der Ölpreise vorgeschlagen, aber man weiß nie, wie sie sich tatsächlich entwickeln werden.» Im Juli, als die Statec eine Möglichkeit der nächsten Index-Tranche für Ende 2015 einräumte, war das «unter dem Aspekt, dass die Ölpreise relativ stabil bleiben.» Doch sie fielen, der Anstieg der Löhne rückte in die Ferne. Im November schrieb die Statec, dass ein «weiteres Fallen der Ölpreise unter 30 US-Dollar die Kostenanpassung auf das vierte Quartal 2016 verschieben» könnte. Anfang dieser Woche wurde das Rohöl bei 30,04 US-Dollar gehandelt.

8000 Preiserhebungen im Monat

«Die Indizierung ist keine willkürliche Entscheidung», sagt Claude Lambouray, Bereichsleiter der Statec-Preisstatistik. Zudem regeln nicht weniger als 20 europäische Vorschriften die Indexierung, dazu kommen steigende Preise und die Berechnung der Inflation. Jeden Monat analysieren ein halbes Dutzend Statec-Ermittler die Preise in 700 bis 800 Läden: sei es für Pizza, Wintermantel, Strom, Reifen, Kinokarte oder Schönheitsmaske bei der Kosmetikerin.

«All das wird dann im berühmten Einkaufskorb eines Haushaltes entsprechend gewichtet», sagt Lambouray. Steigende Preise für Käse haben nicht die gleichen finanziellen Auswirkungen wie steigende Preise für Krippe oder Auto. Der Transportbereich ist auch derjenige, der in diesem Korb am schwersten wiegt (18,1 Prozent im Jahr 2015), gefolgt von sonstigen Gütern und Dienstleistungen (15,7 Prozent für Körperpflege, Sozialschutz, Finanzdienstleistungen...), Essen (ohne alkoholische Getränke) entfällt zu zehn Prozent auf den Korb.

«Keine Kostenanpassung wurde ausgelassen»

«Alles ist absolut transparent und öffentlich. Wenn es noch keine Indexierung gab, dann, weil die Preise seit der vergangenen Tranche im Oktober 2013 insgesamt nicht mehr als um 2,5 Prozent gestiegen sind», sagt Jérôme Hury, Leiter der Statec-Sozialstatistikabteilung. Die Preise müssten im Ganzen betrachtet werden: Der Preis für einen Haarschnitt ist um 5,7 Prozent gestiegen, der für Restaurantbesuche um 5,6 Prozent; aber zur gleichen Zeit sind Teigwaren um 3,8 Prozent billiger geworden, Reis um 10,3 Prozent und Sprit um 19,6 Prozent.

«Keine Kostenanpassung wurde ausgelassen, sie haben sich lediglich verschoben», hatte Jean-Claude Juncker erklärt.

(Marion Chevrier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 08.02.2016 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte finde ich, den Index zunächst mal bei einem gewissen Nettolohn von zb 5000 Euro abriegeln. Der Index wurde eingeführt, um dem kleinen Mann die Kaufkraft auf Grundprodukte zu erhalten. Ein Spitzengehalt bräuchte ihn nicht unbedingt. Auf die Art und Weise kann das Land sich diese Hilfe auch langfristig leisten.

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  • Max an Moritz am 08.02.2016 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird alles immer teurer und der Lohn bleibt beim gleichen. nehme jetzt mal nur ein Beispiel : Ein Kaffee und Gebäck hatte noch vor einem Monat 2.45 Euro gekostet. Jetzt ist es auf 2.60 gesteigen. Fragt man sich nur wieso geht ich Arbeiten, dass es meiner Familie gut gehen soll? Auch wenn der Index eintrifft hört es aber nicht auf dass die Lebensmittel und weitere Sachen die man im Leben braucht für seine Familie teurer zu werden.

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  • Esch well en och am 09.02.2016 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich ist der Artikel doch ein bisschen schlecht recherchiert, denn der Index wäre längst gefallen, hatte unsere Regierung sich nicht am Index zu schaffen gemacht. Es scheinen viele schon die Indexmanipulation vergessen haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Esch well en och am 09.02.2016 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich ist der Artikel doch ein bisschen schlecht recherchiert, denn der Index wäre längst gefallen, hatte unsere Regierung sich nicht am Index zu schaffen gemacht. Es scheinen viele schon die Indexmanipulation vergessen haben.

  • Max an Moritz am 08.02.2016 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird alles immer teurer und der Lohn bleibt beim gleichen. nehme jetzt mal nur ein Beispiel : Ein Kaffee und Gebäck hatte noch vor einem Monat 2.45 Euro gekostet. Jetzt ist es auf 2.60 gesteigen. Fragt man sich nur wieso geht ich Arbeiten, dass es meiner Familie gut gehen soll? Auch wenn der Index eintrifft hört es aber nicht auf dass die Lebensmittel und weitere Sachen die man im Leben braucht für seine Familie teurer zu werden.

    • Sandra am 11.02.2016 00:14 Report Diesen Beitrag melden

      En anert Beispill: Bei der leschter Autorechnung hunn ech nach den TVA 3 bezuelt (3bis 14%), bei der neier TVA 4 (17!%). Abbé jo. Ech si bal op de Réck gefall!

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  • Guy Michels am 08.02.2016 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte finde ich, den Index zunächst mal bei einem gewissen Nettolohn von zb 5000 Euro abriegeln. Der Index wurde eingeführt, um dem kleinen Mann die Kaufkraft auf Grundprodukte zu erhalten. Ein Spitzengehalt bräuchte ihn nicht unbedingt. Auf die Art und Weise kann das Land sich diese Hilfe auch langfristig leisten.

    • De Mann vu menger Fra am 08.02.2016 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Die Idee ist toll, leider nicht zu realisieren. Stellen Sie sich mal vor, den Leuten mit +5000€, diese "Einschränkung" erklären zu müssen. Sie werden gesteinigt, wenn nicht aber bestimmt auf Strasburg plädiert um diese "Deskriminierung" zu erklären. Ergo, Kleinverdiener bekommen weiterhin kleine Indextranchen, Grossverdiener werden mit noch mehr Gehalt belohnt. Gerecht??

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