Sternschnuppen-Wochenende
10. August 2012 17:56; Akt: 10.08.2012 22:28 Print
Überlegen Sie sich schon mal viele Wünsche
LUXEMBURG – Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden in den kommenden Nächten auf Luxemburg «herunterregnen». Einige Tipps zum optimalen Blick gen Himmel.
Es ist ein wahres Spektakel, das sich in den nächsten Tagen am nächtlichen Himmel abspielen wird. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden am Wochenende zu sehen sein – dank der Perseiden, des schönsten und reichsten Meteorstroms des Jahres. Jeden August ist der Sternschnuppenregen zu sehen. Und glücklicherweise fallen diese besonderen Tage 2012 auf ein Wochenende.
Bildstrecken Lichtverschmutzung in Luxemburg und der Welt Was sind die Perseiden?Der Ursprung der Perseiden scheint im namensgebenden Sternbild Perseus zu liegen. Ursache des Phänomens ist der Komet «109P/Swift-Tuttle», der eine lange Spur aus Staub und Körnchen hinter sich herzieht. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde diese jedes Jahr im August. Dann dringen die Kometenteilchen in die Atmosphäre ein und verglühen dort als mehr oder weniger helle Meteore. Dabei haben sie eine Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde, also 216 000 Kilometern pro Stunde. Ein Raumschiff mit dieser Geschwindigkeit wäre binnen knapp zwei Stunden beim Mond.
Die Sternschnuppen heißen im Volksmund auch «Laurentiustränen», weil sie just um den Gedenktag des Heiligen am 10. August besonders oft zu sehen sind. Die kleinen Lichtblitze galten als die Tränen des Himmels über das Martyrium des Laurentius. Er wurde am 10. August 258 auf Befehl des römischen Kaisers Valerian auf glühendem Rost zu Tode gefoltert. (dpa) Was sind Sternschnuppen?
Der Ursprung der Sternschnuppen sind Trümmer aus dem Weltall. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Objekte in die Erdatmosphäre eindringen und dort aufgrund der Reibung mit Luftmolekülen verglühen.
Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den verglühenden Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen: Denn die schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden. (dpa)
Ursprung der Bruchstücke (Meteoroide) sind oft Kometen, die diese Teilchen entlang ihrer Bahn um die Sonne verstreuen. Die überwiegende Zahl der kosmischen Partikel ist recht klein, von Staubkörnchen- bis etwa Tennisballgröße. Gerät die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppen-Schauer. Den einzelnen Lichtstreif nennen Astronomen auch Meteor. Sternschnuppen gucken mit Astronomen
Der Verein der Amateur-Astronomen trifft sich am Samstag um 22 Uhr zum Sterne- und Sternschnuppengucken an der Donatuskirche zwischen Beidweiler und Eschweiler. Die Astronomen geben Auskunft zum Sternenhimmel. Besucher können sich den Himmel außerdem über Teleskope anschauen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Die meisten Sternschnuppen können Himmelsgucker in der Nacht von Samstag auf Sonntag und von Sonntag auf Montag entdecken. Nicolas Feierstein, Präsident der Amateur-Astronomen in Luxemburg, weiß, wann sich der Blick besonders lohnt. «Am besten schaut man am Morgen gen Himmel. Dann fliegt die Erde in den Strom hinein», sagt er. Die Sonne wird sich am Wochenende ab 6.20 Uhr zeigen. Frühes Aufstehen oder Durchmachen ist also angesagt.
Das Wetter spielt mit
Wer möchte, kann die Hobby-Astronomen am Samstagabend zum Sterne- und Sternschnuppengucken begleiten (siehe Infobox). Und wer weiß, vielleicht erwartet den Besucher dann ein besonderes Spektakel. «Wer Glück hat, sieht am Himmel eine Art Feuerwerk. Das ist aber äußerst selten und mir erst einmal in meinem Leben passiert», erzählt Feierstein.
Das Wetter wird am Wochenende mitspielen. «Die Nacht von Freitag auf Samstag wird klar, in der Nacht darauf können ein paar Wolken aufziehen», erklärt ein Meteorologe vom Wetterdienst auf dem Findel. Derzeit ist Halbmond, wodurch das Mondlicht das Sehvergnügen kaum stören wird.
Künstliches Licht kann Sehvergnügen stören
Himmelsgucker sollten sich einen Ort aussuchen, der möglichst dunkel ist. Aufgrund der vielen künstlichen Lichtquellen in Ortschaften, z.B. durch Straßenlampen, aber auch an Autobahnen dringt das natürliche Himmelslicht nicht so gut bis zum Menschen auf der Erde durch. Das Phänomen wird als Lichtverschmutzung bezeichnet. Zum Sternegucken gut geeignet ist vor allem der dünn besiedelte Norden Luxemburgs, zum Beispiel die Höhen des Öslinger Plateaus im Naturpark Obersauer. Und das nicht nur an diesem Wochenende.
Wer in den Nächten nicht frieren will – es wird um die 13 Grad kalt - sollte sich passende Kleidung, eine Decke und für ein wenig Gemütlichkeit eine Sonnenliege oder einen Campingstuhl einpacken. Bleibt also nur noch, sich einige gute Wünsche für die Sternschnuppen-Nächte zu überlegen.
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(Kerstin Smirr/L’essentiel Online)












