Colombera verlässt ADR

21. Dezember 2012 12:06; Akt: 21.12.2012 16:53 Print

«Das ist Betrug am Wähler»

LUXEMBURG - Jean Colombera wollte sich mit dem Rücktritt Zeit lassen. Nun hat er seine Meinung geändert. Die ADR fordert den Abgeordneten auf, sein Mandat niederzulegen.

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Jean Colombera will nun ebenso wie sein Ex-Parteikollege Jacques-Yves Henckes als unabhängiger Abgeordneter im Parlament bleiben. (Bild: Editpress)

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Nun zieht er sich doch direkt zurück: Mit sofortiger Wirkung tritt auch der Abgeordnete Jean Colombera aus der ADR aus. Nach Streitigkeiten an der ADR-Spitze und dem Rücktritt des umstrittenen Parteichefs Fernand Kartheiser hatte Colombera zunächst angekündigt, sich bis Anfang 2014 aus Partei und Parlament zurückzuziehen.

Wurde Colombera beschimpft?

Doch dann kam offenbar ein parteiinterner Eklat dazwischen: So soll Jeff Engelen, Colomberas designierter Nachfolger im Parlament, den Abgeordneten als «dreckigen Hund» beschimpft haben. Das erklärte Jean Colombera am Freitagmorgen gegenüber RTL.

Die Partei dementierte diese Vorkommnisse formell in einer Mitteilung an die Presse. Colombera sei während der Sitzung des Parteikomitees «zu keinem Augenblick diffamiert oder beleidigt worden».

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Jean Colombera will nun ebenso wie sein Ex-Parteikollege Jean-Yves Henckes als unabhängiger Abgeordneter im Parlament bleiben. Die ADR, der mit Gast Gibéryen und Fernand Kartheiser nur noch zwei von vier Abgeordneten bleiben, «bedauert» Colomberas Rückzug.

Die nun erhebliche geschwächte ADR fordert sowohl Henckes als auch Colombera auf, ihre Mandate niederzulegen. «In unserem Wahlrecht werden Mandate über Listen gewonnen. In der Konsequenz stehen diese Mandate den Parteien zu (...). Wer das nicht respektiert, der begeht Betrug am Wähler», so die ADR.

Wird Colombera 2014 Pirat?

Unterdessen wird nach einem Bericht in der Zeitung «Woxx» darüber spekuliert, dass sich Colombera vor den Wahlen 2014 der Piratepartei anschließen könnte.

In einer ersten Reaktion von Piraten-Mitgliedern bei Twitter ist die Antwort eindeutig: «Nee». Der Vorsitzende der Piratepartei, Sven Clement, sieht auf Nachfrage von «L'essentiel Online» «keine prinzipielle Unvereinbarkeit».

(sb/L'essentiel Online)

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