In Luxemburg

23. Februar 2016 08:30; Akt: 23.02.2016 08:45 Print

Sind wir alle «Porno-​​verklemmt»?

LUXEMBURG – Planning familial besteht seit schon 50 Jahren. Und doch gibt es für Präsidentin Ainhoa Achutegui viel zu tun: Sie will die Menschen auch emotional erziehen.

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Ainhoa ​​Achutegui ist seit Februar 2015 Präsidentin des Planning familial: Sie sieht auch nach der sexuellen Revolution noch viel zu tun. (Bild: Editpress)

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L'essentiel: Den Verein Planning familial gibt es seit 50 Jahren. Was waren in dieser Zeit besonders wichtige Ereignisse? Ainhoa ​​Achutegui (Präsidentin von Planning familial): Zu Beginn ging der Verein in die Fabriken und die Büros, um mit Erwachsenen über Sexualität und Familienplanung zu sprechen. Es war der Beginn der Empfängnisverhütung und der Befreiung der Frauen. Der Höhepunkt war die jüngste Liberalisierung der Abtreibung (IVG).   Was hat sich in den 50 Jahren des Bestehens verändert? Die Gesellschaft ist «Porno-verklemmt» geworden. Sie ist übersexualisiert, konfrontiert mit Porno und zugleich doch konservativ. Viele rennen ins Kino, um «50 Shades of Grey» zu sehen, aber in diesen Pornoszenen wird das Höschen anbehalten. Diese Doppelmoral macht Druck auf junge Menschen, die sich oft verlieren, wenn sie sich verlieben. Sie erkennen, dass eine Beziehung auch gemeinsame Fernsehabende oder Händchenhalten ist. Sie stellen uns Fragen wie «Muss man Oralsex haben?». Wir antworten ihnen: «Nichts 'muss', jeder ist frei.»   Und die Erwachsenen? Einige haben eine Sucht nach Pornos entwickelt. Aber ansonsten hat sich wenig geändert. Die Paare, die zu uns kommen, haben die gleichen Probleme, wie Paare vor 50 Jahren auch. Unsere Beratungen sind überbucht, wir hätten nichts gegen eine weitere Stelle.

Gibt es neue Themen, die angegangen werden sollen?  Ja, Transsexualität, Unfruchtbarkeit oder das Kümmern um Menschen ohne Papiere, die sich nur an uns wenden können.   Was wird die nächste Herausforderung sein? Der Kampf der vorherigen Präsidentin war das IVG. Für mich wird es die sexuelle und emotionale Erziehung sein. Wir planen die Einrichtung einer nationalen Koordinationsstelle.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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