Gläserner Schüler?

24. Mai 2012 19:23; Akt: 25.05.2012 07:43 Print

Daten 7 Jahre nach Abschluss noch einsehbar

LUXEMBURG - Die Einrichtung einer zentralen Datenbank für alle Schüler des Landes ist umstritten. Nach monatelanger Diskussion steht nun die Endfassung des Projekts.

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Wollen Forscher auf die zentralen Schülerdaten zugreifen, werden diese zuvor anonymisiert. (Bild: Editpress)

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Von Anfang an gab es kaum Zustimmung zur umstrittenen Schülerdatenbank. Sorgen um den Datenschutz bestimmten monatelang die Debatte. Nun entsteht in der Bildungskommission im Parlament die letzte Version des Gesetzesprojekts, das Schulministerin Mady Delvaux-Stehres (LSAP) bereits im Mai 2011 vorgelegt hatte. Datenschutz- und Menschenrechtskommission sowie der Staatsrat hatten das Projekt scharf kritisiert.

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«Das Projekt wurde bereits nach der kritischen Stellungnahme des Staatsrates komplett überarbeitet. Er hatte vor allem eine zu unklare Formulierung kritisiert und klarere Regeln gefordert, die den Datenschutz besser garantieren», erklärt Ben Fayot (LSAP), Vorsitzender der parlamentarischen Kommission auf Nachfrage von L‘essentiel Online.

Für Forschung werden Daten anonymisiert

Dazu gehört auch die Lebensdauer der Daten, die über die Schüler zentral gesammelt werden sollen. Waren zunächst 15 Jahre vorgesehen, so sollen die teilweise privaten Informationen nun nur noch sieben Jahre aufbewahrt werden. «Alle Informationen, die das Gehalt der Eltern oder andere Elemente aus dem Privatleben der Schüler und ihrer Familien betreffen, werden lediglich zu Forschungszwecken zugänglich sein», versichert Fayot.

Für die Forschung und selbst für die Auswertung im Bildungsministerium werden die Daten anonymisiert. Grundsätzlich soll die Datenbank eine bessere Begleitung der Schüler während ihrer Schulkarriere erlauben. Das Gesetzesprojekt schränkt den Kreis der Personen, die Einsicht in die Datenbank haben, eng ein.

Am 7. Juni wollen die Abgeordneten der Kommission dann abschließend über das Projekt abstimmen, bevor es auf den Instanzenweg geht.

(FR/sb/L'essentiel Online)