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06. Juli 2015 17:13; Akt: 06.07.2015 17:29 Print

Luxemburg hat viel zu wenig Organspender

LUXEMBURG - Gut 60 Patienten warten in Luxemburg derzeit auf ein Spenderorgan. Zu einer Transplantation kommt es aber nur in knapp fünf Fällen pro Jahr.

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Vor allem in den vergangenen beiden Jahren wurden nur sehr wenige Organe in Luxemburg gespendet.

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Gerade einmal zwischen vier und fünf Patienten haben in Luxemburg pro Jahr das Glück, einen passenden Organspender zu finden. Eine Bilanz, die in kaum einem anderen europäischen Land – in Relation zur Einwohnerzahl gesehen – schlechter ist. «Normalerweise haben wir etwa acht Treffer pro Jahr, doch in den vergangenen beiden Jahren war die Zahl niedriger», heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Gut 60 Menschen warteten im Großherzogtum derzeit auf ein neues Organ, wie die Behörde gegenüber L’essentiel erklärt.

Viele Familien lehnten eine Organentnahme bei einem Familienmitglied ab, weil sie sich nicht gut genug informiert fühlten, heißt es bei Luxembourg-Transplant. Der Verein ist im Großherzogtum für die Koordinierung von Organspenden zuständig. In 40 Prozent der Fälle komme eine Organspende aber auch aus medizinischen Gründen nicht infrage. «Dennoch gibt es ein Potenzial von zehn bis 15 Organspenden pro Jahr in Luxemburg», erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Organspendewunsch soll in elektronische Patientenakte

Luxemburg kooperiert in Sachen Organspende mit dem Uniklinikum Brüssel. Wird ein Organ hierzulande entnommen, kommt ein Chirurg aus Belgien dafür nach Luxemburg. Die Transplantationen finden ausschließlich im Ausland statt – vor allem in Belgien (Brüssel, Antwerpen, Lüttich), aber auch in Deutschland (Heidelberg) und Frankreich (Paris, Straßburg, Nancy).

Um die Zahl der Organspenden in Luxemburg anzukurbeln, setzt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) auf die elektronische Patientenakte (DSP). So könnte der Wunsch eines jeden Patienten, ob er im Todesfall seine Organe spenden will, in dieser vermerkt werden. Außerdem solle die Kooperation zwischen den Krankenhäusern und den Ärzten des Landes verbessert werden.

(Pascal Piatkowski/L'essentiel)

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