Handygespräche im Ausland

02. März 2015 12:58; Akt: 02.03.2015 13:29 Print

Warum tritt die EU auf die Roaming-​​Bremse?

LUXEMBURG – Die Abschaffung der Roaming-Gebühren im Ausland war eigentlich für Ende 2015 geplant. Premierminister Bettel erklärt, warum es nicht dazu kommen wird.

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Bis die Telekommunikationsfirmen auf die Extra-Gebühren (Roaming) für Handytelefonate, SMS und mobile Internetnutzung im Ausland verzichten, wird es noch dauern. (Bild: DPA)

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Der Salto rückwärts der europäischen Staats- und Regierungschefs in Sachen Roaming sorgt weiterhin für Debatten im Großherzogtum. Der Plan, die Zusatzgebühren für Handygespräche im Ausland bis Ende des Jahres abzuschaffen, ist aufgrund der Vorbehalte einiger EU-Mitgliedsstaaten bekanntlich nicht aufrechtzuerhalten. In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung an den CSV-Abgeordneten Laurent Mosar erklärt Premier und Kommunikations- und Medienminister Xavier Bettel (DP), warum man vom ursprünglichen Plan abrücken musste. Laut Bettel hätte eine zu abrupte Umsetzung den Konsumenten am Ende womöglich höhere Inlandsgebühren beschert.

Bei Telefongesprächen im Ausland verwenden Mobilfunknutzer die Netzinfrastruktur des jeweiligen Aufenthaltslandes. Der «fremde» Anbieter verrechnet diese Gebühren dann mit dem nationalen Anbieter des Kunden. «Aufgrund der großen Unterschiede bei den Reisebewegungen in Europa (manche Länder sind touristisch attraktiver als andere) rechnen sich die Auszahlungen zwischen den Providern nicht. Die Betreiber der meistbesuchten Länder sind die Nutznießer, allerdings müssen auch sie in ihre Netze investieren, um den Gesprächs- und Datenverkehr in der Hochsaison zu bewältigen», sagt Bettel.

«Erhöhung der Inlandstarife»

Letztere erhalten also eine Entschädigung, weil ja «die Betreiber der anderen Mitgliedsstaaten ihnen eine Kompensationszahlung leisten müssen, sobald sich ihre Kunden ins Ausland bewegen». Dieses System der Kompensation und Vergütung ist komplex und teuer. «Wird die ‚Roam like at home‘-Lösung umgesetzt (Roaming zu Inlandspreisen, Anm.), werden sie nicht in der Lage sein, sich diese Kosten von dem Kunden zurückzuholen. Sie erleiden dadurch einen Verlust und versuchen diesen über eine Erhöhung der Inlandstarife wieder hereinzuholen», so der Premier.

«Die Abschaffung der Roaming-Gebühren über kurz oder lang bleibt das deklarierte Ziel der drei europäischen Institutionen. Auch Luxemburg setzt sich vehement dafür ein», versichert Bettel. Das Ende der Handy-Kostenfalle im Ausland beschäftigt Politik, Verbraucher und die Telekommunikationsbranche bereits seit Jahren. Formal wurde der Plan zur Abschaffung der Roaming-Gebühren bereits im September 2013 von der EU-Kommission beschlossen. Dies hätte eigentlich genug Zeit gelassen, um einer Preiserhöhung vorzubeugen...

(Fatima Rougi/L'essentiel)

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