OECD-Studie zu Wachstum

12. November 2012 11:46; Akt: 12.11.2012 12:24 Print

Luxemburgs Wirtschaft bis 2060 abgehängt

Die Weltwirtschaft wandelt sich radikal. China und Indien wachsen zu führenden Industrien heran. Die Verlierer stehen auch schon fest: Europa und besonders Luxemburg.

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Chinas Wirtschaft soll laut Prognosen bereits in vier Jahren die USA abhängen. Bis 2060 soll jedoch Indien vorbeiziehen. (Bild: DPA)

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China und Indien werden nach einer OECD-Studie in den kommenden Jahrzehnten zu den Top-Industrienationen der Welt aufrücken. Alte Wirtschaftsriesen wie die USA und Deutschland verlieren dagegen dramatisch an Bedeutung. Was für ganz Europa gilt, ist für Luxemburg am allerdeutlichsten zu sehen: Während das Großherzogtum zwischen 1995 und 20011 noch mit dem achtgrößten Wachstum der 34 OECD-Länder gesegnet war, wird es zwischen 2030 und 2060 den letzten Platz belegen.

Denn Luxemburg steht im europäischen Vergleich der OECD-Prognosen als der große Verlierer beim Wachstum da: Zeichnete sich das Großherzogtum zwischen 1995 und 2011 noch mit einem Plus von 3,8 Prozent pro Jahr aus (zum Vergleich: 1,4 Prozent in Deutschland, 1,7 Prozent in Frankreich und 1,8 Prozent in Belgien), wendet sich das Blatt in den kommenden Jahrzehnten.

Auch Deutschland stürzt ab

Bis 2030 dürfte Luxemburg ein Wachstum von 1,8 Prozent im Schnitt aufweisen. Bei den direkten Nachbarn könnte es in Belgien (2,1 Prozent) und Frankreich (2 Prozent) besser aussehen, in Deutschland jedoch schlechter (1,3 Prozent). Für die darauf folgenden 30 Jahre sagt die OECD Luxemburg lediglich noch ein Wachstum von 0,6 Prozent im Schnitt voraus (sowie 1 Prozent für Deutschland, 2 Prozent für Belgien und 1,4 Prozent für Frankreich).

Auch für Deutschland sind die Prognosen nicht rosig: Den OECD-Ökonomen zufolge wird Deutschland bis 2060 nur noch die Nummer zehn der wichtigsten Volkswirtschaften sein - heute zählt die Bundesrepublik zu den Top fünf. Die über ein Jahrhundert dominierenden USA werden schon in vier Jahren von China als größte Wirtschaftsmacht abgelöst, um später dann auch noch von Indien überholt zu werden.

China und Indien verdoppeln Anteil

Bis 2060 soll der Anteil der Chinas und Indiens am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von zusammen 24 Prozent (2011) auf 46 Prozent steigen. Das prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in der am Freitag in Paris veröffentlichten Studie.

Die OECD arbeitet allerdings mit bereinigten Daten, die sozusagen künstlich eine gleiche Kaufkraft der Währung unterstellen. Denn in Wirklichkeit kann man in vielen Ländern für dasselbe Geld unterschiedlich viele Güter und Dienstleistungen kaufen. So soll die wirkliche Leistungsfähigkeit vergleichbarer werden. Nach dieser Lesart ist Indien heute die viertgrößte Volkswirtschaft und hat Deutschland auf Platz fünf verdrängt. Nach unbereinigten Daten liegt Deutschland dagegen noch auf Platz vier und Indien auf Platz zehn.

(MC/L'essentiel Online/dpa)

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