Hakenkreuze in Münschecker

16. November 2015 11:56; Akt: 16.11.2015 13:28 Print

Ausländische Familie wohl Opfer von Brandanschlag

MÜNSCHECKER – Bei einem Feuer in einem Haus in Münschecker ist in der Nacht auf Montag der Vater einer ausländischen Familie verletzt worden. An der Haustür: ein Hakenkreuz.

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Horrornacht im kleinen Ort Münschecker bei Grevenmacher: Gegen 3 Uhr bricht im Keller eines Hauses ein Feuer aus, die Bewohner – eine sechsköpfige Familie – fliehen aus dem Gebäude. Der Vater versucht gegen die Flammen anzukämpfen, beim Löschen verbrennt er sich den Arm.

Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hat, trauen Opfer und Retter ihren Augen nicht: An die Haustür des verbrannten Gebäudes ist mit blauer Farbe ein Hakenkreuz gemalt worden.

«Das wäre neu»

Haben Rechtsextreme einen Brandanschlag auf ein von Ausländern bewohntes Haus verübt? Es wäre für das Großherzogtum eine traurige Premiere. «Fremdenfeindliche Hetze im Internet gibt es bei uns– aber dass so etwas in die Tat umgesetzt wird, wäre neu», sagt Henri Eippers von der Luxemburger Staatsanwaltschaft gegenüber L'essentiel. Deshalb sind die Ermittler äußerst vorsichtig – auch mit ihren Äußerungen gegenüber der Öffentlichkeit. «Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat handelt, müssen erst die weiteren Ermittlungen zeigen», sagt Eippers. Alle Indizien deuteten jedoch auf Brandstiftung hin. Die Brandsektion der Kriminalsektion hat die Ermittlungen aufgenommen.

Sollte es sich tatsächlich um einen Brandanschlag handeln, drohe den Tätern lange Haft. «Die Paragraphen 510 und 514 des Luxemburger Strafgesetzbuchs sehen harte Strafen vor», sagt Eippers. «Bei einem Brandanschlag bedeutet das: lebenslang.» Dabei spielt es für die Justiz keine keine Rolle, ob jemand tatsächlich verletzt wurde oder nicht. «Und erschwerend kommt die Hinterhältigkeit hinzu», erklärt Eippers. Die ist gegeben, weil der Anschlag mitten in der Nacht stattfand – während die Bewohner schliefen.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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