Protest

15. September 2015 07:44; Akt: 15.09.2015 16:17 Print

Belgische Bauern belagern den Kirchberg

LUXEMBURG – Belgische Landwirte blockierten am Morgen den Grenzübergang Sterpenich/Steinfort und sind nun in der Hauptstadt. Die Polizei hat Wasserwerfer geordert.

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Die Bauernproteste gehen in die nächste Runde: Belgische Landwirte haben am Dienstagmorgen den Grenzübergang von Sterpenich in Richtung Steinfort blockiert. Von der belgischen Grenze aus sind die wallonischen Landwirte dann zum Kirchberg in der Luxemburger Hauptstadt gefahren. Kurz nach 10 Uhr meldete die Polizei, dass die Kolonne aus etwa 45 Traktoren auf dem Konferenzzentrum im Europaviertel angekommen sei.

Aktuelle Infos zum Bauern-Protest in Luxemburg

Dort postierten sie sich mit Güllefässern und Tausenden Litern Milch, die sie offenbar auf die Place de l'Europe verschütten wollen. Im Gebäude verhandeln die EU-Agrarminister indes über Hilfen für notleidende Bauern. Zuvor waren die Trecker in Polizeibegleitung über die Autobahn A 6 und die Route d'Arlon in Strassen getuckert.

Der Luxemburger Milchbauern-Verband LDB hat sich indes von der Protestaktion der belgischen Kollegen distanziert. Luxemburger Landwirte werden sich nicht daran beteiligen, hieß es in einer knappen Mitteilung.

Wie die Polizei informiert, war die Rote Brücke gegen 11 Uhr passierbar, jedoch ist der Boulevard Kennedy ab der Rue Galileo Galiei blockiert. Eine Umleitung über den Boulevard Konrad Adenauer wurde eingerichtet. Die Zufahrt ins Europaviertel über die Rout Bréck sollten Autofahrer derzeit meiden.

Die Traktor-Kolonne in Strassen:

Wasserwerfer stehen bereit

Die Luxemburger Polizei ist für den Ernstfall vorbereitet. «Bei der letzten Bauerndemo 2001 sind wir mit Plastikbeuteln voller Gülle und Mist beworfen worden», sagt Polizeisprecher Serge Muller. Wie damals hat die Police Grand-Ducale wieder Wasserwerfer der belgischen Polizei angefordert. «Es gibt ein bilaterales Abkommen, dass wir auf diese Geräte bei einem Notfall zurückgreifen können.» Gesteuert würden die Fahrzeuge von speziell ausgebildeten belgischen Polizisten. bei den Protesten 2001 mussten die Wasserwerfer sogar ein Feuer löschen – aber glücklicherweise nicht auf Menschen zielen. «Es geht um Prävention», sagt Muller. Aber für den Fall, dass die Bauern den Perimeter um das Kongresszentrum auf dem Kirchberg nicht mehr respektieren oder den Anweisungen der Polizei nicht mehr folgen, «muss man gerüstet sein.»

Keine Knöllchen für Traktoren

Dass die wallonischen Bauern mit ihren Traktoren über die A6 in die Stadt Luxemburg gefahren sind, ließ die Polizei offenbar kalt. «Wir setzen auf Deeskalation», sagt Muller. «Wenn wir die anhalten und Knöllchen verteilen würden, weil sie mit ihren Landmaschinen auf der Autobahn fahren, das wäre nicht gut.»

Die Bauern beklagen aus ihrer Sicht ruinös niedrige Milchpreise. Die Landwirte vor Ort forderten die Umsetzung von Vorschlägen des European Milk Board. Diese sehen zum Beispiel eine Begrenzung der Milchmenge bei starkem Überangebot vor. «Wenn am Dienstag im EU-Ministerrat nichts passiert, werden wir den Druck weiter erhöhen», sagt Fredy de Martines, Vorsitzender des Luxemburger Milchbauern-Verbands «Luxembourg Dairy Board», zu L'essentiel.

(sen/L'essentiel)

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