Prozess gegen Ex-Freund

10. Januar 2013 12:16; Akt: 10.01.2013 14:28 Print

Das grausame Ende von Nancy Wolff vor Gericht

DIEKIRCH - Die Leiche von Nancy Wolff wurde 2010 aus dem Stausee gefischt. Offenbar ist die Ettelbrückerin im Streit von einer Brücke geschubst worden.

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Am 30. April 2010 wurde Nancy Wolff aus Ettelbrück vermisst gemeldet und Monate später tot aus dem Obersauer-Stausee geborgen. Der Tatverdächtige, ihr damaliger Lebensgefährte steht seit Donnerstag in Diekirch vor Gericht.

Am ersten Prozesstag wurde bekannt, dass der Beschuldigte sein noch lebendes Opfer bei einem Streit von der 12,5 Meter hohen Brücke der N27 zwischen Esch-Sauer und Lultzhausen geworfen hat. Die als Zeugin gehörte medizinische Gutachterin, welche die Autopsie an der sieben Monate im Wasser gelegenen Leiche vorgenommen hatte, konnte die genaue Todesursache nicht mehr feststellen. Einzig die Tatsache, dass sie vor ihrem Sturz schon grobe Verletzungen hatte, konnte die Expertin ausschließen.

Rätselhafter Fall

Das Verschwinden der jungen Mutter warf auf den ersten Blick mehr Fragen auf, als in solchen Fällen üblich. Der Freund der damals 25-jährigen erzählte der Polizei, Nancy sei in einen schwarzen Wagen der Marke Mercedes eingestiegen, nachdem sie von den beiden Insassen darauf angesprochen worden sei, ob sie mit in eine Disko gehen wolle.

Die Ermittler hatten von Anfang an Zweifel an der Geschichte von Nelson R. Auch die Mutter der Vermissten glaubte nicht daran, dass ihre Tochter ihren Lebensgefährten auf der Straße stehen lassen würde, um sich mit zwei Unbekannten zu vergnügen. Umso mehr, da die damals zweijährige Tochter der beiden laut dem Lebensgefährten ebenfalls anwesend war.

Fahndung nach einem schwarzen Mercedes

Die Fahndung nach dem schwarzen Mercedes und dessen Fahrern verlief ergebnislos, die Ermittler gelangten nach und nach zur Überzeugung, dass Nancys Lebensgefährte etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben könnte. Zudem wurde bekannt, dass das Paar schwere Beziehungsprobleme hatte.

Der Fall Nancy Wolff sorgte monatelang für Schlagzeilen. Die Mutter der jungen Frau meldete sich bei der Redaktion der bekannten deutschen TV-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst», in der der Fall ausgestrahlt wurde. Doch auch hier führte keine Spur zu einem konkreten Ergebnis.

Nelson R. droht lebenslägliche Haft

Sieben Monate später, am 29. November 2010 legte Nelson R. ein Geständnis ab. Er erzählte den Beamten, er habe die Leiche der jungen Frau in den Stausee geworfen. Die sterblichen Überreste der jungen Frau werden am 30. November von Tauchern geborgen.

Nelson R. riskiert im Fall eines Schuldspruchs lebenslängliche Haft.

Der Beitrag über Nancy Wolff in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst» vom 15. September 2010, ab Minute 7:45 im Video:

(Video: Youtube/ZDF)

(L'essentiel Online/mth)

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