E-Zigarette in Luxemburg

18. Dezember 2015 11:47; Akt: 18.12.2015 11:58 Print

Elektroraucher dürfen nur noch draußen dampfen

LUXEMBURG - Luxemburg verbietet ab Mai 2016 das Rauchen von E-Zigaretten in Cafés und anderen öffentlichen Plätzen. Das Ministerium spricht von einer Vorsichtsmaßnahme.

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Die E-Zigarette wird in Luxemburg vermehrt kritisch gesehen. (Bild: DPA/Rainer Jensen)

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Zahlreiche Studien kursieren bereits zum Thema elektronische Zigarette, doch einig sind sich die wenigsten. Sind die E-Kippen gefährlich? Machen sie süchtig? Sind sie genauso schädlich wie die Zigarette? Bisher gibt es kaum Antworten auf diese Fragen. Die Luxemburger Regierung steht auf der Seite der Kritiker. Ab 20. Mai 2016 wird der Konsum von E-Zigaretten an öffentlichen Orten (Cafés, Restaurants, Spielplätze) verboten, wie diese Woche bekannt wurde. Die elektronische Zigarette unterliegt also künftig den selben Regeln wie die herkömmliche Zigarette. Das Gesundheitsministerium verteidigt das Verbot auf Nachfrage von L'essentiel und erklärt die Hintergründe.

«Die elektronische Zigarette ist weniger gefährlich als die herkömmliche, aber das bedeutet nicht, dass der Konsum unbedenklich ist», sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Zwar liegen noch keine fundierten wissenschaftliche Studien über die langfristigen Folgen des aktiven und passiven Dampfens auf die Gesundheit vor. Die Regierung führt jedoch «Erwägungen der Vorbeugung und Vorsorge» ins Treffen. Nach Angaben des Ministeriums stellt der Elektro-Glimmstängel ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar, und zwar aufgrund seiner Hauptinhaltsstoffe: Propylenglykol, Glycerin und Nikotin, die alle drei in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten sind.

Der schlechte Einfluss des Dampfens

Dem chemischen Stoff Propylenglykol wird nachgesagt, sich tief in der Lunge einzunisten und selbst bei kurzzeitiger Aussetzung Reizungen der Augen, des Halses und der Atemwege hervorzurufen. Darüber hinaus hat eine Anfang Dezember veröffentlichte amerikanische Studie gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe wie Diacetyl im Dampf der E-Zigaretten entdeckt.

Das Ministerium will vor allem junge Leute vor dem Gebrauch der E-Zigarette schützen. Dieser Gedanke habe bei der Umsetzung des neuen Verbots eine wichtige Rolle gespielt. «Die elektronische Zigarette simuliert und normalisiert den Vorgang des Rauchens und kann daher vor allem bei jungen Menschen zum übermäßigen Tabakkonsum sowie zur Nikotinsucht verleiten», argumentiert das Gesundheitsministerium.

Mit dem Vaporizer zum Rauchstopp?

Im Oktober haben 120 Ärzte einen Aufruf in Frankreich gestartet, um sich gegen die Verteufelung der elektronische Zigarette zu wehren. Sie empfehlen ernsthaft, die E-Zigarette mehr in der Öffentlichkeit und unter der Ärzteschaft zu fördern. Dadurch könne der Tabakkonsum generell gesenkt werden.

Die Gesundheitsministerium versteht die Message, meldet aber Zweifel an. «Ob E-Zigaretten eine Verheißung oder eine Gefahr im Kampf gegen Tabakkonsum sind, ist noch nicht endgültig geklärt.» Die Regierung zieht es in diesem Fall aber vor, «auf Nummer sicher» zu gehen.

(Fatima Rougi/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dampfer am 18.12.2015 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Also mei domm geet et net. Et get ganz vill Studien iwer E-Zigarette also wär mol ubruecht sech schlau ze maan an des Studien mol enner Lupe ze huelen ee se Decisiounen huelen. Iwer Studien as wessenschaftlech bewissen dat e- zigaretten 1000 mol manner schiedlech sin wei richteg Zigaretten. De Problem leit anerwärts (Tubak an Pharmalobby an de Pappa Staat). Wann mei leit e-zigs benotzen get manner Tubak an Zigaretten verkaaf an an den Aptikten gin mann nikotin kaugummis oder Patchen verkaaf an de greissten Problem de pappa staat kritt manner Steiergelder do lait de Problem

    einklappen einklappen
  • Dampfer am 18.12.2015 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin seit 3 Jahren Dampfer und Stolz dass ich weg bin von den Tabak-kippen. Habe vorher etliche Male versucht aufzuhören mit Rauchen nichts half nur durch den Umstieg auf die E-Zigarette konnte ich aufhören zu rauchen, mir geht es jetzt viel viel besser als vorher. Heute müsste ich nicht mal mehr Dampfen aber für mich ist das Dampfen zu einem Genussdampfen geworden und das möchte ich auf gar keinen Fall missen.

  • Manfred Klimek am 19.12.2015 01:24 Report Diesen Beitrag melden

    Was hat denn Dampfen mit Rauchen zu tun? Hier hat der Verfasser wohl etwas durcheinander gebracht. Beim Dampfen verdamft etwas, beim Rauchen verbrennt etwas. Die Überschrift und Tenor ist schon sehr irreführend. Demnach würde ja sogar eine Wasserkocher "rauchen". Seit 4 Jahren dampfe ich nun. Der beste Schritt meines Lebens, nachdem ich jahrelang vergeblich versucht habe Nichtraucher zu werden. Geschmack, Geruch, Lungenvolumen ist besser wie nie. Hier haben die Politiker die Chance vertan, endlich mal dem Tabakkonsum den Kampf anzusagen - aber nein. Sieg der Tabaklobby !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Girmann am 19.12.2015 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Was zu Diacetyl im Dampf der E-Zigaretten: Es ist wohl ein Unterschied, ob ich 9 ug mit der E-Zigarette im Durchschnitt aufnehme (pro Tag) oder mit der Tabakzigarette 2600 ug aufnehme. Wohin noch kein Tabakraucher eine Popcornlunge bekommen hat. Wieso werden denn die Daten hierzu verschwiegen? - Weil sie genau wissen, das der Wert schon niedrig ist, das es schon lächerlich wirken würde, dieses zu veröffentlichen. Das ist nichts anderes, als wie Panikmache, damit ja so wenig wie möglich auf die E-Zigarette umsteigen, denn hauptsächlich ist es die Pharmaindustrie, die am heulen ist.

  • Rainer Wald am 19.12.2015 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    "Dem chemischen Stoff Propylenglykol wird nachgesagt, sich tief in der Lunge einzunisten und selbst bei kurzzeitiger Aussetzung Reizungen der Augen, des Halses und der Atemwege hervorzurufen" Das ist wieder mal dummes WHO-Geschwatze - wenn ich schon lese "einzunisten" bekomme ich einen Lachanfall, und der nistest sich wirklich tief in die Lunge ein, ha ha ha

  • Achim am 19.12.2015 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch, in diesen Studien sind sich alle einig über die Unschädlichkeit des Dampfes für Unbeteiligte, und das sind mal nur die wichtigsten 200.

  • Änder am 19.12.2015 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wat schreiwt Dir do? Et besteet e kloëre Konsens tëscht bal all de Studien ëm di elektresch Zigarett, nämlech dat se em villfaches manner schiedlech wéi d'Tubakszigarett ass. Brach wat Dir do vun Iech gitt, informéiert Iech mol richteg ier Der eppës an d'Welt setzt!

  • Manfred Klimek am 19.12.2015 01:24 Report Diesen Beitrag melden

    Was hat denn Dampfen mit Rauchen zu tun? Hier hat der Verfasser wohl etwas durcheinander gebracht. Beim Dampfen verdamft etwas, beim Rauchen verbrennt etwas. Die Überschrift und Tenor ist schon sehr irreführend. Demnach würde ja sogar eine Wasserkocher "rauchen". Seit 4 Jahren dampfe ich nun. Der beste Schritt meines Lebens, nachdem ich jahrelang vergeblich versucht habe Nichtraucher zu werden. Geschmack, Geruch, Lungenvolumen ist besser wie nie. Hier haben die Politiker die Chance vertan, endlich mal dem Tabakkonsum den Kampf anzusagen - aber nein. Sieg der Tabaklobby !