Neues Gesetz

16. März 2016 17:20; Akt: 16.03.2016 17:20 Print

Familienrecht-​​Reform soll Ende 2016 stehen

LUXEMBURG - Die Abgeordneten arbeiten am neuen Familienrecht. Erste Priorität: die Reform zum Sorgerecht. Ende 2016 soll die Chamber über die neuen Gesetze abstimmen.

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Im Falle einer Trennung oder einer Scheidung wird es ein «gemeinsames elterliches Sorgerecht» geben. (Bild: AFP)

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Anonyme Geburt, Leihmutterschaft, künstliche Befruchtung, Abstammungsrecht – seit mehreren Monaten arbeiten die Abgeordneten der Rechtskommission an der komplexen Reform. Denn: Das neue Gesetz zum Familienrecht ist breit gefächert. Ein Fahrplan steht seit Dienstag fest. Priorität hat die Reform zum Sorgerecht. Ziel ist es, dass die Chamber zum Ende des Jahres 2016 über das Projekt abstimmen kann.

In Luxemburg wird die Reform ungeduldig erwartet. Aus gutem Grund: Das Prinzip eines abwechselnden Sorgerechts gibt es derzeit noch nicht. Das ist ein Punkt, den der Verfassungsgerichtshof schon im Jahr 2008 kritisiert hat. Außerdem geht es um das Sorgerecht für nicht-eheliche Kinder. Derzeit erhält die Mutter bei einer Trennung in so einem Fall automatisch das Sorgerecht. Das zukünftige Gesetz beinhaltet dagegen ein «gemeinsames elterliches Sorgerecht» für Paare die sich in einer Trennung oder einer Scheidung befinden.

Kinder sind nicht mehr «unehelich»

Des Weiteren, wird es einen Einzelrichter für Familienangelegenheiten geben. Auch die Aufhebung einer Scheidung bei grober Fahrlässigkeit soll möglich werden – und eine „Modernisierung“ des Abstammungsrechts. Das heißt, dass Kinder anonymer Geburten das Recht bekommen, zu erfahren, wer ihre Eltern sind. Nicht-eheliche Kinder sollen in Zukunft endlich nicht mehr als «unehelich» sondern als «nicht-ehelich» bezeichnet werden. Eine weitere Neuerung soll sein, dass Kinder im Falle einer Trennung der Eltern ein Recht auf Unterhaltszahlung haben.

Die künstliche Befruchtung, die anonyme Geburt und die Leihmutterschaft sollen ebenfalls reglementiert werden. Letzteres soll verboten werden. Über die Details wird noch debattiert.

(FR/L'essentiel/VS)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • anna elisabeth am 24.03.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    warum werden nicht endlich "sofort!" Reformen geschlossen? - Debattiert haben sie doch schon viel zu lange!

  • mariposa klee am 23.03.2016 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Man debattiert und debattiert ohne Ende, während Aberhunderten von Deutschen immer noch nach den USA, Israel, Indien, in die Ukraine pilgern, um das Kind von da zu holen. Jeden Tag ist es in Sendungen und in Zeitungen die Information über den Wahnsinn im Bereich der Reproduktionsmedizin zu hören. Hier soll man also nicht diskutieren, sondern dringende Maßnahmen unternehmen!

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  • anna elisabeth am 24.03.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    warum werden nicht endlich "sofort!" Reformen geschlossen? - Debattiert haben sie doch schon viel zu lange!

  • mariposa klee am 23.03.2016 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Man debattiert und debattiert ohne Ende, während Aberhunderten von Deutschen immer noch nach den USA, Israel, Indien, in die Ukraine pilgern, um das Kind von da zu holen. Jeden Tag ist es in Sendungen und in Zeitungen die Information über den Wahnsinn im Bereich der Reproduktionsmedizin zu hören. Hier soll man also nicht diskutieren, sondern dringende Maßnahmen unternehmen!