Marihuana

31. Juli 2014 10:33; Akt: 18.09.2014 08:19 Print

Junge Demokraten wollen Cannabis legalisieren

LUXEMBURG – Wenn es nach den JDL geht, dann soll in Luxemburg bald legal gekifft werden können. Der Vertrieb soll in staatlichen «Coffee Shops» erfolgen.

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Wenn es nach den Jungen Demokraten geht, soll der Cannabis-Konsum in Luxemburg künftig legal sein.

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Es wäre ein völlig neuer Schritt in der nationalen Drogenpolitik: Die Jungen Demokraten in Luxemburg (JDL), eine Vorfeldorganisation der DP, wollen in Zukunft den Besitz und Konsum kleiner Mengen Marihuanas erlauben. Auch die Cannabis-Nutzung für medizinische und religiöse Zwecke soll im Großherzogtum legal werden – Verkauf und Anbau müssten allerdings strengen Kontrollen unterliegen, heißt es in einem Communiqué.

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Soll Cannabis in Luxemburg legalisiert werden?

Nach Wunsch der JDL soll der Vertrieb und Konsum nur in staatlich überwachten Einrichtungen (eine Art «Coffee Shop») erfolgen und nur für Erwachsene ab 18 Jahren erlaubt sein. Eine Legalisierung wäre ein «bedeutender Schritt gegen die organisierte Kriminalität», so die JDL.

Um die staatliche Kontrolle über den Vertrieb zu garantieren, sollte der private Anbau weiterhin verboten bleiben. Mit den generierten Einnahmen durch die Besteuerung von Marihuana sollen Präventionsmaßnahmen bei Jugendlichen und Therapien für Abhängige geschaffen werden, so die JDL.

DP hält Idee für diskussionswürdig

Eugène Berger, Fraktionschef der DP, hält die Idee gegenüber L'essentiel zumindest für diskussionswürdig: «Wir sagen nicht, dass die Legalisierung von Marihuana nie passieren wird. Aber die JDL ist unabhängig und der Vorschlag ist nicht Parteilinie der DP. Es braucht eine tiefer gehende Diskussion über Machbarkeit, Bedingungen und Folgen einer Legalisierung.»

Unterstützung dürften die Jungen Demokraten von Déi Gréng erhalten. In deren Wahlprogramm ist zu lesen: «Wir treten in einem ersten Schritt für die Entkriminalisierung des Eigenkonsums von Cannabis ein und befürworten die Benutzung der Cannabiswirksubstanzen zu medizinisch-therapeutischen Zwecken.» Ein Sprecher der grünen Parlamentsfraktion bestätigt auf Nachfrage, dass man für die Lockerung des Strafrechts in Bezug auf den Eigengebrauch sei. Eine komplette Legalisierung müsse aber gut überlegt werden. Diese könne jedenfalls nur für Erwachsene gelten, weil jugendliche «Kiffer» erhöhten Sucht- und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. «Änderungen im Drogenstrafrecht sind derzeit aber nicht im Regierungsprogramm vorgesehen. Aber wir wollen die Debatte gern weiterführen.» Auch Déi Lénk haben sich in der Vergangenheit mehrmals für die Marihuana-Freigabe ausgesprochen.

Auch dem ehemaligen ADR-Deputierten Jean Colombera, nunmehr in der Partei für integrative Demokratie, dürfte die Idee gefallen. Der Arzt ist ein Verfechter der Cannabis-Therapie für Patienten und musste sich deswegen auch vor Gericht verantworten.

CSJ: «Keine wichtigeren Themen?»

Die Chrëschtlech Soziale Jugend (CSJ), die Jugendorganisation der CSV, erteilt den Plänen der Jungen Demokraten hingegen eine klare Absage. «Die Kolleginnen und Kollegen sollten sich lieber mit den wirklich wichtigen Themen beschäftigen», sagt deren Präsident Charel Hurt gegenüber L’essentiel. Cannabis-Konsum sei erwiesenermaßen schädlich für den Menschen und würde durch eine Dekriminalisierung noch weiter banalisiert. In der CSJ sei eine Cannabis-Legalisierung bisher «kein Thema». Auch die LSAP äußerte sich in der Vergangenheit eher skeptisch zu einer Aufweichung der Drogenpolitik.

Amüsiert regiert Sven Clement von der Piratenpartei. Auf Twitter schreibt er: «Ah, die JDl fordert etwas mit staatlicher Kontrolle. Liberalismus at its best... leider nicht konsequent zu Ende gedacht.»

(lb/jt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Düsentrieb der erfinder am 26.02.2015 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Canabis soll wenigstens für medizinische zwecke erlaubt werden auch der anbau für privat personen die dies brauchen,kann auch polizeilich kontroliert werden,weil nicht jeder das nötige geld hat um es legal in apotheken zu erwerben.

  • PrincessMariejane am 23.02.2015 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis soll legaliseiert ginn !!!!!!!!!!!!

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  • Katia Martins am 31.07.2014 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Alkohol legal ist obwohl es chemisch ist und bekannt ist das es sehr schädlich und gefährlich für den Menschen und deren Gesundheit ist, so wie Zigaretten auch legale Drogen sind, wieso nicht Cannabis in gewissen Mengen legalisieren?! Cannabis was ausserdem pflanzlich ist und medizinschen, therapeutischen Zwecken dienen kann, was man von Alkohol und Zigaretten nicht behaupten kann. Ausserdem wurden die Konsumenten in Coffee-Shops dann auch wissen was sie rauchen, anstatt in der nächsten Ecke sich etwas zu besorgen wo von sie sich selbst nicht sicher sind was es ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Düsentrieb der erfinder am 26.02.2015 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Canabis soll wenigstens für medizinische zwecke erlaubt werden auch der anbau für privat personen die dies brauchen,kann auch polizeilich kontroliert werden,weil nicht jeder das nötige geld hat um es legal in apotheken zu erwerben.

  • PrincessMariejane am 23.02.2015 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis soll legaliseiert ginn !!!!!!!!!!!!

    • Düsentrieb am 26.02.2015 20:04 Report Diesen Beitrag melden

      meng mänung ech fannen jo awer nemmen vir dei leit dei et medezinesch brauchen.

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  • Jean K. am 18.11.2014 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    An nach eng saach!Och deen schäi.. Alkohol helleft engem Tourette-Syndrom Patient fir mei roueg ze gin...awer mat enger verdammt emgekeierter nowierkung...nähmlech dat ebemol d'Zuckungen um Kierper mei staark gin an et muss een emmer mei dovun huelen fir se ze berouegen...een Däiwelskrees ouni enn!!!Gottseidank hun ech och geleiert Här an Meschter iwer esou zäiten ze sin!Mee et wär mir 100 mol leiwer net emmer erem op den Alkohol zreckzegräifen...just well ech mir den Medizineschen Canabis net leeschten kann!

    • Düsentrieb am 26.02.2015 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      sou lang den stadt keen geld drun verdingt,soulang wärt et verboueden bleiwen,um alkohol an zigaretten verdingen se jo vill milliounen

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  • Jean K. am 18.11.2014 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ok,waat bleiwt mir aaneschtes iwreg ewei heinsdo mussen drop ze verzichten well mir eben daat neidegt Geld fehlt? Wei et dann an engem ausgesäit deen Tourette-Syndrom huet...wei eng unspaanungen an kraaft do verbraucht gett kann keen Mensch sech firstellen!Ah jo...AN ECH GIN NET HIGH VUM CANABIS!!!...Nee,mee et helleft dat mäin Kierper sech entspaant an meng Muskulatur net esou iwerspaant ass.Et ass nähmlech esou dat ech schon e puer mol hun missen all eenzelnen klengen Muskel hun missen entblockeiert hun missen kreien...egal wou um Kierper praktesch...och am Gesiicht.

  • Jean K. am 18.11.2014 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin een vun deenen eenzegen hei am Land wou säin Cannabis op Rezept kritt well ech Tourette-Syndrom hun. Bon,daat heiert sech elo un wei wann daat jo zimlech ok wär...ass et awer net!Well reng theoretesch misst ech all 2. Mount erem 100 gramm sichen fueren.Mee daat kascht mech dann allekeiers bis zu 900 euro aus der eegener Täsch an daat kann ech mir och net emmer leeschten.Dovun ofgesin muss ech daat ganzt och nach op Maasbracht sichen fueren,well z.b. an Däitschland giew et mech ronn 1500 euro kaschten,also onbezuelbar!