Trinkwasser

09. Oktober 2014 19:23; Akt: 09.10.2014 20:13 Print

Pestizid-​​Grenzwert wird um das 30-​​fache erhöht

LUXEMBURG - Die Regierung hat bei der EU eine Ausnahmeregelung beantragt: Der Grenzwert für Metazachlor im Trinkwasser wurde von 100 auf 3000 Nanogramm erhöht.

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Trinkwassernotlage in Luxemburg: Nachdem das giftige Pestizid Metazachlor auch im Grundwasser entdeckt wurde, und der ebenfalls verseuchte Obersauer-Stausee wieder ans Netz genommen wurde, entspricht das luxemburgische Trinkwasser nicht mehr der EU-Norm.

Deshalb musste die Regierung bei der Europäischen Kommission eine Ausnahmegenehmigung beantragen - die wurde jetzt genehmigt. Der erlaubte Wert von Metazachlor im Trinkwasser wurde demnach von 100 Nanogramm/Liter um das 30-fache auf 3000 Nanogramm/Liter erhöht. Das teilte die Regierung auf einer Pressekonferenz am Abend mit. Von der Opposition kommt harte Kritik.

Ausnahmeregelung soll drei Jahre lang bestehen

«Diese Ausnahme soll nicht länger als drei Jahre bestehen», erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Greng) am Abend. Zudem müssen Aktionspläne entwickelt werden, um die Wasserqualität zu verbessern.

Die Gesundheit der Bevölkerung sei nicht gefährdet, erklärte Dieschbourg. «Jemand, der jeden Tag drei Liter Wasser trinkt, das 3000 Nanogramm Metazachlor beinhaltet, nimmt nur sechs Prozent der Dosis zu sich, die gesundheitsschädlich ist.»

Der Obersauer-Stausee in Esch/Sauer sei seit Donnerstag wieder am Netz, erklärte Dieschbourg. In den Wasserproben, die dort entnommen wurden, sei nie mehr als 100 Nanogramm Metazachlor pro Liter gefunden worden.

(jg/sen/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martine am 10.10.2014 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Also kann een mir weg erklären virwaat ebeemol 3000 Nanogramm während 3 Joer net mei gefeierlech sin? Wou dach Europaweit de Grenzwert op 100 Nanogramm gesaat gin ass….. :-(

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  • Lars am 10.10.2014 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin kein Experte aber ich bin mir ziemlich sicher dass es sich bei Metazachlor um eine Herbizid und nicht um ein Pestizid handelt.

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  • Jerry-x am 10.10.2014 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ausnahmereglung! für wie (Sau) dumm halten die uns. Wenn Cattenom in die Luft fliegt, fragt auch die Regierung eine Ausnahmereglung, und erhöht den Grenzwert gleich wie in der Brennkammer und das Problem auf dem Papier zu erledigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jerry-x am 10.10.2014 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ausnahmereglung! für wie (Sau) dumm halten die uns. Wenn Cattenom in die Luft fliegt, fragt auch die Regierung eine Ausnahmereglung, und erhöht den Grenzwert gleich wie in der Brennkammer und das Problem auf dem Papier zu erledigen.

    • @Jerry-X am 10.10.2014 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Dann muss müsste man niemanden mehr Evakuieren.

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  • Martine am 10.10.2014 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Also kann een mir weg erklären virwaat ebeemol 3000 Nanogramm während 3 Joer net mei gefeierlech sin? Wou dach Europaweit de Grenzwert op 100 Nanogramm gesaat gin ass….. :-(

    • Mar. mit am 10.10.2014 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      Forts. an Lars... bei diesem und anderen Stoffen denn nicht auf einen mittleren erträglichen Grenzwert (300 oder 500 Ngr) einigen und es bräuchte die ganze Aufregung nicht. Was aber nicht bedeutet, dass man ab einem gewissen erreichten Wert einer weiteren Steigerung entgegenwirkt ohne die halbe Welt verrückt zu machen.

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  • Lars am 10.10.2014 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin kein Experte aber ich bin mir ziemlich sicher dass es sich bei Metazachlor um eine Herbizid und nicht um ein Pestizid handelt.

    • Mar . mit am 10.10.2014 22:05 Report Diesen Beitrag melden

      Pestizid oder Herbizid ist hier nicht die Frage. Wieso werden im Allgemeinen Grenzwerte dermaßen extrem hoch/tief angelegt? Um absolut sicher zu sein. Was der Mensch aber auf anderem Wege (Atmung, Essen, über die Haut, ...) in seinen Körper aufnimmt steht in keiner nachvollziehbaren Relation zu den strengen Regeln beim Trinkwasser (aus der Wasserleitung, nicht das Mineralwasser aus Flaschen). Es wäre an der Zeit etwas realistischer in diesem Bereich zu werden (Europaweit). Wenn bei hundertfachem Grenzwert noch immer kein wirkliches Gesundheitsrisiko besteht, wieso kann man sich Forts.folgt.

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