Treffen der EU-Innenminister

05. Juni 2014 08:46; Akt: 05.06.2014 20:09 Print

Demonstranten liefern sich Kampf mit Polizei

LUXEMBURG - Tumultartige Szenen haben sich am Vormittag auf dem Kirchberg abgespielt: Flüchtlingsaktivisten hielten das Konferenzzentrum kurzzeitig besetzt.

Bildstrecke im Grossformat »

Demonstranten stehen am Donnerstag vor dem Ministerium für nachhaltige Entwicklung auf dem Kirchberg. (Foto: L'essentiel/Dorothée/Leserreporter)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Das EU-Innenministertreffen auf dem Kirchberg ist am Donnerstag von gewaltsamen Protesten überschattet worden. Etwa 60 Demonstranten durchbrachen kurz vor 11 Uhr die Absperrung und versuchten in das Konferenzzentrum einzudringen, wo die Minister heute tagen. Als der Versuch misslang, stürmten die Aktivisten das
Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen auf der Rückseite und veranstalteten dort eine Sitzblockade. Auf der Place de l'Europe entstand in der Folge ein größerer Tumult.

Die Polizei forderte die Demonstranten auf, das Gebäude zu verlassen, doch diese wollten der Aufforderung nicht folgen. Mithilfe einer Verstärkung und Polizeihunden schritten die Beamten schließlich ein, um die Versammlung aufzulösen. Im Ministerium kam es daraufhin zu einigen Scharmützeln. Die Demonstranten setzten angeblich Pfeffersprays ein und schlugen mit diversen Gegenständen auf die Beamten ein. Die Polizei antwortete ebenfalls mit Pfefferspray und konnte die Situation nach eigenen Angaben gegen 11.15 Uhr wieder beruhigen. Verletzt wurde nach offiziellen Angaben niemand.

Angeblich zehn Verhaftungen

Laut den Demonstranten sollen allerdings zehn Personen ohne Ausweispapiere verhaftet worden sein. Zudem habe nur die Polizei Pfefferspray eingesetzt, so die Organisatoren auf der Facebook. Ein Aktivist will von einem Polizeihund gebissen worden sein. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht.

Die Demonstration der Flüchtlingsaktivisten war gezielt gegen das EU-Innenministertreffen gerichtet. Ein Leserreporter berichtet L'essentiel, dass die Demonstranten per Megafon Parolen skandierten und Flugblätter verteilten, auf denen ihre Forderungen für mehr Flüchtlingsrechte zu lesen waren. Auf der Mauer des Ministeriums hinterließen sie mit Farbe eine Botschaft.

Die Aktion war Teil des Protestzugs «Marche pour la liberté», der am 18. Mai im deutschen Kehl an der deutsch-französischen Grenze gestartet war. Seit Sonntag halten sich die Aktivisten in Luxemburg auf. Auf ihrer Website hatten sie mehrere Aktionen im Großherzogtum angekündigt, am Mittwoch drangen sie etwa in das Gebäude des TV-Senders RTL ein (Video). Ihre Endstation soll Brüssel sein, wo sie während des EU-Gipfels am 26. und 27. Juni auf ihre Forderungen aufmerksam machen wollen.

(jt/jmh/lb/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeff Bodé am 05.06.2014 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Also, ich finde die Aktion der Aktivisten nicht toll.... Vs bekommen Sie nicht was sie wollen....

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jeff Bodé am 05.06.2014 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Also, ich finde die Aktion der Aktivisten nicht toll.... Vs bekommen Sie nicht was sie wollen....

    • Axel am 05.06.2014 22:41 Report Diesen Beitrag melden

      Die Aktion kann man gut finden oder auch nicht. Klar ist doch, dass sie nicht aus Spaß sondern aus Verzweiflung passiert. In den Ämtern kriegen sie auch nicht das was sie wollen, selbst wenn es das Selbstverständlichste der Welt sein sollte: Einen Platz zum Leben und eine faire Möglichkeit zu arbeiten.

    einklappen einklappen