Lügde-Prozess

05. September 2019 09:23; Akt: 05.09.2019 17:30 Print

13 und 12 Jahre Haft für Kinderschänder

Zwei Männer hatten in Lüdge mehrere Kinder missbraucht. Nun müssen sie mehrere Jahre ins Gefängnis.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Beim Prozess zum massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde, Deutschland, hat das Landgericht Detmold ein Urteil gefällt. Wie die AFP berichtet, wurden die beiden geständigen Angeklagten zu jeweils 12 und 13 Jahren Haft verurteilt. Außerdem müssen die beiden Männer in der Sicherungsverwahrung untergebracht werden.

Sicherungsverwahrung verhängen Gerichte anders als Haft nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre eigentliche Strafe für ein besonders schweres Verbrechen verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten. Die Täter können theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben. Die Bedingungen müssen deutlich besser sein als im Strafvollzug, zudem muss es ein größeres Therapieangebot und Betreuung geben. Sicherungsverwahrung kann mit dem Gerichtsurteil oder nachträglich angeordnet werden.

Untersuchungsausschuss soll Ermittlungspannen aufklären

Der Hauptbeschuldigte soll dem Bericht der Ermittler zufolge 28 Kinder missbraucht haben, sein Komplize 18. Wie die Zeitung weiter berichtet waren einige Vergewaltigungsopfer noch kleine Kinder. Einer der beiden Männer soll zudem einige seiner Opfer auf dem Campingplatz gezwungen haben, ihrerseits andere Kinder zu missbrauchen. Dabei soll er sie angeleitet und gefilmt haben.

In dem Missbrauchsfall stehen auch Polizei und Jugendämter in der Kritik, weil sie Hinweisen auf den Hauptverdächtigen zunächst nicht nachgegangen sein sollen. Auch bei den Ermittlungen gab es Pannen, unter anderem verschwanden Beweismittel. Der nordrhein-westfälische Landtag hat deshalb einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Nach Bekanntwerden des Falls hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) das Thema zur Chefsache erklärt und die Kriminalpolizei in diesem Bereich gestärkt.

(L'essentiel/dpa/doz)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 05.09.2019 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was geschiet mit denen die Beweismaterial vernichtet haben ( Polizei ? ) oder den Leuten vom Jugendamt die nicht eingegriffen haben ?

    einklappen einklappen
  • Mr Crabs am 05.09.2019 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Julie,eine Frau vom Jugendamt wurde entlassen.

  • Tom am 05.09.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar.wegen guter Führung wahrscheinlich früher draussen.Und dann? Die nächsten Opfer?Für immer hinter Gitter damit so was nicht wieder passiert.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr Crabs am 05.09.2019 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Julie,eine Frau vom Jugendamt wurde entlassen.

  • Tom am 05.09.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar.wegen guter Führung wahrscheinlich früher draussen.Und dann? Die nächsten Opfer?Für immer hinter Gitter damit so was nicht wieder passiert.

    • Matthias Werner am 05.09.2019 21:48 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Panik, die beiden kommen so schnell nicht wieder in Freiheit. Nach der verbüssten Haftstrafe gehen beide in eine geschlossene Psychiatrie die im Grunde eher wie eine Haftanstallt ist (Sicherheitsverwahrung)! Wer einmal da landet, der kommt da nicht einfach so wieder raus! Nicht vergleichbar mit dem Building in Ettelbréck! Steht doch alles im Artikel...

    einklappen einklappen
  • Julie am 05.09.2019 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was geschiet mit denen die Beweismaterial vernichtet haben ( Polizei ? ) oder den Leuten vom Jugendamt die nicht eingegriffen haben ?

    • Jengi am 05.09.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Frage, da sollen die Journalisten mal recherchieren.

    einklappen einklappen