Sorgen in Frankreich

30. Oktober 2014 10:59; Akt: 30.10.2014 12:16 Print

Unbekannte Drohne überfliegt AKW Cattenom

GROSSREGION - Im Oktober haben Drohnen unbekannter Herkunft sieben französische Nuklearkraftwerke überflogen. Auch Cattenom.

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Der französische Energiekonzern EDF klagt, nachdem Drohnen sieben seiner Kernkraftwerke überflogen haben. (Bild: AFP)

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Zwar wiegelt das französische Energierunternehmen EDF den Vorfall ab, aber die Frage nach der Sicherheit der Nuklearkraftwerke stellt sich nach den jüngsten Vorfällen einmal mehr. Wie der Konzern erst am Mittwoch bekanntgab, habe «ein Luftfahrzeug ähnlich einer Drohne» am 5. Oktober das sich im Rückbau befindende AKW bei Creys-Malville in Ostfrankreich überflogen. Die lothringische Anlage Cattenom stand am 17. Oktober auf dem Flugplan einer Drohne unbekannter Herkunft.

Der Überflug habe «weder für die Sicherheit noch für das Funktionieren der Installationen Konsequenzen», heißt es in der offiziellen Mitteilung der EDF. Allerdings hat der Konzern die öffentliche Hand informiert und zwei Tage nach dem Vorfall in Cattenom Anklage erhoben. Die übliche Verfahrensweise bei solchen Vorfällen. Allerdings sind die AKWs in Creys-Malville und Cattenom nicht einzigen betroffenen Anlagen: Mysteriöse Drohnen haben die Sicherheitskräfte der Anlagen auch in Gravelines (Département Nord im Norden), Blayais (Gironde im Südwesten), Bugey (Ain im Südosten), de Chooz (Ardennes im Norden) und Nogent-sur-Seine (Aube im Zentrum) gesichtet. Die Drohnen wurden zwischen dem 13. und 20. Oktober hauptsächlich in der Nacht und am frühen Morgen gesehen.


Zeigt eine Aktion mit dem Finger auf potenzielle oder vermeintliche Sicherheitslücken bei AKWs, verdächtigt man eigentlich sofort die Umweltorganisation Greenpeace. Die NGO hatte im Mai 2012 - zwischen den beiden Urnengängen der Präsidentenwahl - mit einer Drohne gefilmt, wie einer ihrer Aktivisten mit einem Motor-Gleitschirm in den Hochsicherheitsbereich des Kraftwerks Bugey flog.

Seit 2007 haben sich die Aktivisten gut zehn Mal Zutritt zu französischen AKWs verschafft, zuletzt im März in die Anlagen bei Gravelines und Fessenheim. Diesmal allerdings Fehlanzeige. Greenpeace vereint jegliche Beteiligung und erklärt seine Besorgnis: «Wir sind durch die verdächtigen Überflüge und ihre Wiederholung sehr beunruhigt», versichert Yannick Rousselet, Leiter der Nukelarkampagne bei Greenpeace. Rousselet merkt an, dass es weder von der EDF noch von den Ordnungskräften Informationen über die Herkunft der Drohnen gibt.

Der französische Innenminister Bernard Caseneuve berichtete am Donnerstag, dass eine juristische Untersuchung in Gang gesetzt ist. Zudem gebe es Möglichkeiten, «um Drohnen zu neutralisieren», sagte der Minister in einem Interview mit France Info. Das Überfliegen von französischen Kernkraftwerken ist in einem Kreis von fünf Kilometern und unter einer Höhe von 1000 Metern verboten. Der Luftraum wird im Rahmen eines EDF-Protokolls von der Luftwaffe überwacht.

(L'essentiel/afp)

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