Greenpeace kritisiert

27. April 2014 17:56; Akt: 27.04.2014 23:39 Print

McDonald's erlaubt Genfutter für Hühner

Gentechnik-freie Hähnchenburger waren McDonald's in Europa bisher wichtig. Doch nun dürfen die Lieferanten auch gentechnisch verändertes Futter einsetzen.

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Seit April dürfen Fleisch-Lieferanten des Fast-Food-Unternehmens gentechnisch manipuliertes Futter einsetzen. (Bild: DPA)

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Seit Anfang April erlaubt der Fastfood-Konzern McDonald's in Deutschland seinen Hähnchenfleisch-Lieferanten den Einsatz von gentechnisch verändertem Futtermittel. Ein Sprecher von McDonald's Deutschland bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». Der Kurswechsel des Konzerns stieß bei der Umweltorganisation Greenpeace auf scharfe Kritik.

McDonald's in Europa hatte bisher von seinen Hähnchenlieferanten verlangt, dass diese nur gentechnisch unverändertes Futter verwenden. Nun aber hätten die internationalen und nationalen Lieferanten von Hähnchenfleisch mitgeteilt, «dass sie mit Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen garantieren können», erläuterte der Konzernsprecher.

Greenpeace kritisiert Entscheidung

«Für McDonald's zählt nur der Preis», sagte Stephanie Töwe-Rimkeit von Greenpeace dem «Spiegel» zufolge. Mit jedem Chickenburger bekomme der Kunde in Zukunft ein Menü, das den Einsatz von Gift und Gentechnik in der Landwirtschaft fördere. «Und das, obwohl eine Mehrheit der Verbraucher keine Gentechnik im Essen will.» Nach Berechnungen von Greenpeace würde sich ein Chickenburger um weniger als einen Cent verteuern, wenn der Konzern weiterhin auf gentechnisch verändertes Futtermittel verzichten würde.

McDonald's dagegen betonte, durch die neue Praxis würden Qualität und Sicherheit des Essens nicht beeinträchtigt. Auch die Weltgesundheitsorganisation habe erst kürzlich festgestellt, dass gentechnisch verändertes Tierfutter keine Auswirkungen auf die Qualität oder Sicherheit von Fleisch, Milch oder Eiern habe, betonte der Konzernsprecher. Vor diesem Hintergrund habe McDonald's Europe in 27 europäischen Märkten im zweiten Quartal die Beschränkung für Lieferanten aufgehoben, wonach diese ausschließlich nicht gentechnisch verändertes Hühnerfutter verwenden durften. Bezogen auf McDonald's Deutschland gelte dies für alle Chicken-Produkte. Ob dies auch für Luxemburg gilt, ist bisher ungewiss. McDonald's Luxemburg war am Sonntag für eine Stellungnahme gegenüber L'essentiel nicht erreichbar.

(L'essentiel/dpa)

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