Gasförderungs-Studie

15. Oktober 2015 09:37; Akt: 15.10.2015 09:47 Print

Fracking führt zu mehr Frühgeburten

Eine neue Studie dürfte die Diskussion ums Fracking neu anheizen. Demnach steigert die Fördertechnik nämlich das Risiko für Schwangere.

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Gasgewinnung mittels Fracking wird heiß diskutiert, zumal sich Studienergebnisse häufen, wonach die Gefahren weitaus größer sind als gedacht (siehe Bildstrecke).

In den USA steht man dem Fracking weniger kritisch gegenüber: Dort hat die Methode innerhalb der letzten zehn Jahre einen Boom erlebt – mit Ausnahme des Bundesstaats New York, in dem Fracking seit Juni 2015 verboten ist. In anderen Staaten wird hingegen intensiv gebohrt, beispielsweise in Pennsylvania.

Große Bemühungen trotz wenig Wissen

Ein Umstand, der Forschern wie Brian Schwartz von der Johns Hopkins University ein Dorn im Auge ist: «Wir lassen dies zu, während wir fast nichts darüber wissen, was das für die Gesundheit bedeutet.» Und mehr noch: «Das Wachstum der Fracking-Industrie ist völlig jenseits unserer Fähigkeit, die Effekte für Umwelt und allgemeine Gesundheit einschätzen zu können.»

Immerhin konnte der Mediziner nun mit seiner Studie ein wenig Licht ins Dunkel bringen: Mit seinem Team hat er die Auswirkungen von Fracking auf in der Nähe der Bohrungen wohnende Schwangere untersucht. Insgesamt flossen die Daten von mehr als 9000 Frauen in die Analyse mit ein, die zwischen 2009 und 2013 rund 11.000 Kinder bekamen. Diese Zahlen verglichen die Forscher mit den Baudaten der Anlagen. Im Fokus standen etwa Bau- und Bohrungsbeginn, die Tiefe der Anlagen und die Menge an gefördertem Gas, aber auch die Distanz der Wohn- zu den Bohrungsstätten.

Weckruf für Energiepolitik

Das Ergebnis lässt aufhorchen: Denn es zeigte sich, dass die Mütter, die am dichtesten daran wohnten, ein um 40 Prozent höheres Risiko für eine Frühgeburt hatten. Darüber hinaus stieg bei ihnen auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangerschaft als Hochrisikoschwangerschaft eingestuft wurde, schreiben die Forscher im Fachjournal Epidemiology. Dies aufgrund von beispielsweise Bluthochdruck oder starkem Übergewicht.

Was genau dazu führt, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Als wahrscheinlichste Faktoren sehen die Mediziner die durch die Bohrungen verminderte Luftqualität und den dadurch entstehenden Stress. Ob es tatsächlich so ist, müssen weitere Studien zeigen. Doch bereits jetzt ruft Schwartz die Politiker auf, die Anzeichen ernst zu nehmen: «Die ersten wenigen Studien haben alle einen Effekt auf die Gesundheit gezeigt. Politiker müssen solche Ergebnisse berücksichtigen, wenn sie darüber nachdenken, wie weit sie diese Industrie gehen lassen wollen.»

(L'essentiel/fee)

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