Arbeitsmarkt

06. August 2012 11:56; Akt: 06.08.2012 12:11 Print

Schulungen gibt's nur für jeden Zweiten

LUXEMBURG – Jedes dritte Unternehmen in Luxemburg bietet seinen Mitarbeitern keine Schulungen an. Zudem bildet nur jede vierte Firma aus.

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Vor allem die Finanzinstitue setzen auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

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71 Prozent aller Unternehmen in Luxemburg schulen ihre Mitarbeiter. Als positives Beispiel gehen die Finanzinstitute und Energie-Unternehmen in Luxemburg voran, von denen fast 90 Prozent Weiterbildungen anbieten. Dies zeigt eine Studie des Statistikamts Statec, die am Montag veröffentlicht wurde.

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Im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Bauwesen ist der Anteil mit rund 60 Prozent besonders niedrig. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen scheuen sich davor, ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Als Hauptgrund geben sie in 79 Prozent aller Fälle an, die Angestellten verfügten über ausreichende Kenntnisse zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit. Hinzu kommen ein Mangel an Zeit (17 Prozent) und die Kosten für die Weiterbildung (zwölf Prozent).

Ein positives Beispiel geben vor allem große Unternehmen ab. Bei Firmen mit mehr als 1 000 Angestellten besuchten 2010 76 Prozent aller Mitarbeiter eine berufsbegleitende Weiterbildung. Bei kleinen Firmen mit zehn bis 19 Angestellten galt dies nur für 28 Prozent der Belegschaft. Unabhängig von der Firmengröße besuchte jeder Zweite 2010 zumindest eine Weiterbildung. Dafür wurden 38 Stunden aufgewendet. Im Vergleich zu 2005 sei die Zahl der Unternehmen, die Weiterbildungen anbieten, gestiegen, teilte das Statec mit. Die Weiterbildung gibt’s nicht gratis. Eine Stunde kostet das Unternehmen 53 Euro, aufgrund der Abwesenheit des Angestellten am Arbeitsplatz, die Kosten für die Schulung und der internen Lehrbeauftragten.

Unternehmen verzichten zunehmend auf Azubis

Auch die Ausbildung in den Unternehmen hat die Studie unter die Lupe genommen. So bildet nicht einmal jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) in Luxemburg junge Menschen aus. Die Zahl ist im Vergleich zu 2005 rückläufig (28 Prozent), da vor allem kleinere Firmen auf Azubis verzichten. Vor allem Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie der Bau stellen seltener Auszubildende ein.

(ks/L'essentiel Online)