Qualitätsstandards

10. Februar 2015 13:14; Akt: 10.02.2015 13:55 Print

Das ändert sich bei der Kinderbetreuung

LUXEMBURG - Betreuungseinrichtungen für Kinder sollen laut Bildungsminister künftig Qualitätsstandards unterliegen. Auch bei den «Chèques Service» tut sich was.

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Luxemburgs Regierung will die Qualität von Betreuungseinrichtgungen fördern. (Bild: DPA)

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In den letzten zehn Jahren ist die Bereitstellung von Betreuungsplätzen in Luxemburg wahrlich explodiert. Zwischen 2004 und 2014 ist die Zahl der Orte, an denen Eltern ihre Kinder abgeben können, immens gestiegen. Mittlerweile stehen im Rahmen der Bildungs- und Betreuungsdienste («services d'éducation et d'accueil» SEA) des Landes sechsmal so viele Plätz zur Verfügung (von 7712 auf 49.208). Dazu gehören unter anderem Maisons Relais, Kindertagesstätten, Jugendzentren und Kindergärten. In den letzten Jahren gab es ein starkes Wachstum bei der Zahl der Plätze. «Heute ist die oberste Priorität die Entwicklung der Qualität», sagte am Dienstag der Bildungs- und Jugendminister Claude Meisch. Er legte der Regierung Änderungen am Gesetzentwurf nahe.

Die große Neuerung: Es soll ein nationaler Rahmen entwickelt werden, der mit den SEA in Einklang stehen soll. Jede Betreuungsstruktur soll sein eigenes geeignetes pädagogisches Konzept entwickeln, das vor allem für die Eltern transparent sein soll. «Wir wollen Kreativität und kognitive Entwicklung der Kinder fördern und mit ihnen an Aktivitäten teilnehmen», erklärt Meisch.

Sprachförderung im jungen Alter

In Bezug auf Sprachen beispielsweise will SEA die Mehrsprachigkeit der Luxemburger Gesellschaft fördern und die Kinder darauf vorbereiten. Dies solle nicht wie in der Schule mit Prüfungen verbunden sein, sondern den Kindern die Möglichkeit geben, erste Kontakte mit den Sprachen zu haben - bereits innerhalb der ersten drei Lebensjahre, erklärt der Minister. Damit sollen die Kleinen später mit weniger Sprachproblemen in die Gesellschaft starten.

Ein wichtiges Qualitätskriterium sei außerdem die Kontrolle. Laut Minister müsse regelmäßig überprüft werden, ob die Dienste der Einrichtungen auch in der Praxis den Vorstellungen der Eltern und den Vorgaben des Ministeriums gerecht werden. Falls Mängel ausgemacht würden, müssten die Strukturen korrigiert und eventuell Sanktionen verhängt werden - im Zweifelsfall sogar die Streichung von Subventionen.

«Chèques Service» für Grenzgänger

Neuerungen gibt es auch bei den Gutscheinen für außerschulische Kinderbetreuung, die den Staat im Jahr 2014 über 300 Millionen Euro gekostet haben. Zwar sollen diese nicht weiter für sportliche und kulturelle Aktivitäten gelten, dafür aber Grenzgängern zugänglich gemacht werden. Damit haben die rund 150.000 Grenzgänger aus der Großregion in Zukunft Anspruch auf die «Chèques Service» für die finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Bereits im Sommer könnte ein entsprechendes Gesetz im Parlament landen.

Damit Grenzgänger in Luxemburg die Dienste in Anspruch nehmen können, müssten die Kindergärten auf der anderen Seite der Grenze die gleichen Qualitätsstandards erfüllen wie in Luxemburg - und ebenfalls die Eingliederung in die Gesellschaft fördern. Als Starttermin für die neue Regelung hat Claude Meisch den September 2016 im Auge.

(Jérôme Wiss/jm/L'essentiel)

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