Europa in der Krise

02. Juli 2012 14:47; Akt: 02.07.2012 15:51 Print

EU nimmt Rating-Agenturen unter die Lupe

Verschärfen die Rating-Agenturen mit ihren Urteilen die Krise oder klären sie nur auf? Die EU-Finanzmarktaufsicht geht dieser Frage nach.

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Die Ratingagenturen werfen ihre Schatten auf die Euroländer. (Bild: Keystone)

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Nach der Herabstufung zahlreicher europäischer Banken nimmt die EU-Finanzmarktaufsicht (Esma) die drei großen Rating-Agenturen unter die Lupe. Konkret soll geprüft werden, ob die Methoden der Agenturen ausreichend stringent und transparent sind.

Als Grund für die Überprüfung der Bewertungsmethoden von Standard & Poor's (S&P), Fitch und Moody's nannte Esma-Chef Steven Maijoor in der Zeitung «Financial Times» vom Montag explizit die jüngsten Bewertungen europäischer Finanzinstitute. Diese hätten Anlass zur Sorge gegeben, dass die Ratingagenturen nicht über ausreichend analytische Ressourcen verfügten.

Standard & Poor's kooperiert

Die Untersuchung der Esma solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. S&P kündigte an, seine Methoden erläutern zu wollen. Die anderen beiden Rating-Agenturen lehnten eine Stellungnahme ab.

Moody's hatte in den vergangenen Monaten die Bewertung für eine ganze Reihe europäischer Banken herabgestuft. Zuvor waren die Rating- Agenturen auch schon im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv in die Kritik geraten. So hatten sie mehrfach ihre Note für angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien heruntergestuft.

Europäische Politiker werfen den Agenturen vor, mit ihren Urteilen die Krise verschärft zu haben. Daraufhin hatten die Behörden weltweit ein genaueres Auge auf die Bonitätswächter geworfen. Die Agenturen entgegnen, dass sie lediglich die Überbringer schlechter Nachrichten seien. Die Verantwortung für die Finanzmisere trügen die Staaten selbst.

(L'essentiel Online/sda)