Trump unter Druck

13. August 2017 14:52; Akt: 13.08.2017 14:55 Print

«Mr. President, das war Terror weißer Rassisten»

Donald Trump hat «viele Seiten» für die Gewalt in Charlottesville verantwortlich gemacht. Dafür erntet er heftige Kritik.

Zusammenstösse in Charlottesville: Ku Klux Klan und Gegendemonstranten geraten aneinander: (Video: Tamedia/AFP/Storyful)

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Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf die tödliche Attacke in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia hat ihm Kritik von Demokraten und Republikanern eingebracht. Rechtsextreme – darunter Mitglieder von Neo-Nazi-Organisationen, rassistische Skinhead-Gruppen und Ku-Klux-Klan-Faktionen – hatten gegen die Entfernung einer Statue des Konföderationsgenerals Robert E. Lee mit einer «proweißen» Kundgebung demonstriert. Es kam zu Zusammenstössen mit einer Gegendemonstration, die Fäuste flogen. Dann setzte sich ein Mann ans Steuer eines Autos und raste in die Gegendemonstration – eine 32-jährige Frau starb und Dutzende weitere wurden verletzt.




Ein Autofahrer rast in die Gegendemonstration. (12. August 2017) Video: AP/Tamedia

Der Präsident verurteilte «diesen ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf schärfste Weise – auf vielen Seiten, auf vielen Seiten.» Es gebe in den USA «keinen Platz für diese Art von Gewalt». Trump vermied es aber, die Rolle rechtsextremer Gruppen zu erwähnen. Es gebe in den USA «keinen Platz für diese Art von Gewalt».

Trump vermied es, die Rolle rechtsextremer Gruppen zu erwähnen: Der US-Präsident vor den Medien. (12. August 2017) Video: Twitter

Es gehe nun um «eine schnelle Wiederherstellung von Recht und Ordnung und den Schutz von unschuldigen Leben», so Trump.

Republikaner: «Ein Terroranschlag weißer Rassisten»

Kritiker auch in Trumps Republikanischer Partei bemängelten, dass der Präsident eine klare Schuldzuweisung an die rechtsextremen Demonstranten vermieden habe. Es sei «sehr wichtig, dass der Präsident die Ereignisse in Charlottesville als das beschreibt, was sie sind: als einen Terroranschlag weißer Rassisten», erklärte der republikanische Senator Marco Rubio. «Nichts ist patriotisch an Nazis, dem Ku Klux Klan und White Supremacy.» (Der Ausdruck «White Supremacy» bezeichnet eine Bewegung, die die Vorherrschaft von Weißen in der Gesellschaft zum Ziel hat.)

Der dienstälteste republikanische Senator Orrin Hatch forderte, «das Böse» beim Namen zu nennen. «Mein Bruder hat nicht sein Leben im Kampf gegen Hitler gegeben, damit Nazi-Gedankengut hier zuhause ohne Widerstand akzeptiert wird.» Sein Partei- und Amtskollege aus Colorado, Cory Gardner, stieß ins selbe Horn: «Mr. President – wir müssen das Böse beim Namen nennen. Das war inländischer Terrorismus.»

Selbst Chris Christie, der Gouverneur von New Jersey und Trump-Unterstützer: «Wir lehnen Rassismus und Gewalt von weißen Nationalisten wie jenen in Charlottesville ab. Jeder in der Führung muss sich dagegen aussprechen.»

Demokratischer Bürgermeister beschuldigt das Weiße Haus

Bei den Demokraten fielen die Reaktionen noch kritischer aus – einige machten gar die Regierung Trumps für die Ausschreitungen verantwortlich. Michael Signer, der demokratische Bürgermeister von Charlottesville sagte: «Ich lege die Verantwortung für vieles, was Sie heute in Amerika sehen, direkt vor die Haustür des Weißen Hauses und Menschen um den Präsidenten.»

Trumps unterlegene Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton griff diese Kritik in einer Twitter-Botschaft auf: «Jede Minute, in der wir dies durch stillschweigende Ermunterung oder durch Nicht-Handeln hinnehmen, ist eine Schande.» Clinton legte nach, indem sie den Trump scheinbar für die «Anstachelung zum Hass» verantwortlich machte, der zur aktuellen Situation geführt habe.

Generell bemängelten aber die Demokraten wie auch viele Republikaner, dass der Präsident die Rolle der Rechtsextremen nicht erwähnt hatte. Mark Herring, Justizminister im US-Staat Virginia und Demokrat: «Gewalt, Chaos und der Verlust von Leben in Charlottesville ist nicht die Schuld vieler Seiten. Es ist die von Rassisten.»

Ex-Präsident Bill Clinton via Twitter: «Auch wenn wir das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlung schützen, müssen wir Hass, Gewalt und White Supremacy verurteilen.»

(L'essentiel/mch/sda/dapd/afp)

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