Beschäftigungsinitiative

16. Mai 2012 18:09; Akt: 16.05.2012 18:20 Print

ProActif macht 780 000 Euro Plus

LUXEMBURG - Die Beschäftigungsinitiative ProActif hat 2011 einen Überschuss von knap 780 000 Euro gemacht. Künftig soll das Personal mehr Arbeitslose betreuen.

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Die Verantwortlichen von ProActif stellten am Mittwoch die Bilanz von 2011 vor. (Bild: Editpress)

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Die Beschäftigungsinitiative ProActif, die aufgrund falscher Rechnungen mehr staatliche Beihilfen erhalten hat als erlaubt, hat mit der Rückzahlung ihrer Schulden in Höhe von 2,3 Millionen Euro an den Staat noch nicht begonnen. Dies gab ProActif am Mittwoch bei einer Pressekonferenz an. Man warte auf einen genauen Entschuldungsplan des Beschäftigungsministeriums, hieß es.

Die Spielregeln für einen solchen Plan sollen für alle Beschäftigungsinitiativen gleich sein. Der Minister warte noch auf die Ergebnisse einer Unternehmensprüfung von OPE (Objectif plein emploi). Diese sollen in diesem Sommer vorliegen. Beim Blick in die Bücher der dritten Beschäftigungsinitiative, Forum pour l'emploi, seien nur geringfügige Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.

Überschuss von 778 000 Euro

Die Rückzahlung der Gelder durch ProActif wird sich auf mehrere Jahre erstrecken. Der Geschäftsbericht 2011, der am Mittwoch präsentiert wurde, zeigt, dass ProActif im Kern gesund ist und diese Rückzahlungen in Etappen stemmen kann. Das Geschäftsjahr schloss mit einem Überschuss von 778 000 Euro ab, gab Verwaltungsratspräsident Norbert Conter an.

Die Restrukturierung der Organisation sei bisher gut vorangenommen, erklärte Conter, der auf dem Höhepunkt der Krise im Herbst 2011 das Steuer von Robert Weber übernommen hatte. Er will gemeinsam mit Direktor Romain Schmit ProActif wieder auf Kurs bringen. Schmit ist in der neuen Struktur zum «Administrateur délégué» aufgerückt. Er überraschte am Mittwoch mit der Aussage, dass der damalige Verwaltungsrat bereits in der Bilanz 2010 Rücklagen gebildet habe, um auf eine staatliche Rückforderung vorbereitet zu sein.

Mehr Arbeitssuchende für gleiches Personal

Auch die Struktur der Beschäftigungsinitiative wird umgebaut. Aus vier regionalen Zentren wird ein einziges in Sandweiler entstehen. Dadurch sollen Kosten, unter anderem bei der Miete, reduziert werden. Auch beim Personal soll gespart werden. Derzeit betreuen 243 Angestellte 335 schwer vermittelbare Arbeitssuchende. Rein theoretisch kommen damit auf einen Betreuer 1,4 Arbeitssuchende. Künftig soll diese Relation bei 1:5 liegen, da so viel Personal künftig nicht mehr vom Arbeitsministerium finanziell unterstützt werde. Entlassungen seien allerdings nicht möglich, erklärte Conter. Stattdessen sollen mehr Arbeitssuchende bei ProActif Hilfe finden.

(L'essentiel Online/tageblatt.lu)