Abschaltung gefordert

25. November 2014 08:00; Akt: 25.11.2014 10:39 Print

Greenpeace sieht Terrorgefahr in Cattenom

Greenpeace schlägt Alarm: Es gab etliche Drohnen-Flüge über französischen Reaktoren. Terroristen könnten erspähte Informationen für Anschläge nutzen.

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Greenpeace warnt vor möglichen Terroranschlägen in Cattenom.

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Die Umweltorganisation Greenpeace hat wegen Terrorgefahr eine vorübergehende Abschaltung der französischen Atomkraftwerke in Cattenom und Fessenheim gefordert. Hintergrund ist eine Serie von rund 30 ungeklärten Flügen über Nuklearanlagen. «Die überalterten Atomanlagen müssen abgeschaltet werden, bis die Hintergründe der Drohnenüberflüge geklärt sind», heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Meiler Cattenom liegt etwa zehn Kilometer von Luxemburg und rund 20 Kilometer vom Saarland entfernt.

«Die Anlagen sind absolut unzureichend gegen Angriffe gesichert», kritisierte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Eine aktuelle Studie belege die ernsthafte Gefährdung der Sicherheit in Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Ebenso wie das Saarland dringen auch Luxemburg und Rheinland-Pfalz seit Jahren auf eine baldige Stilllegung der verschiedenen AKW unweit der deutschen und luxemburgischen Grenze. Mehr als 700 Zwischenfälle in Cattenom haben die Ängste der Bevölkerung in der Grenzregion vor einem Atomunfall geschürt. Der französische Betreiber will das aus den 1980er Jahren stammende Atomkraftwerk aber noch mehrere Jahrzehnte am Netz lassen.

Der saarländische Umweltminister Jost sieht indes in dem neuen französischen Energiewendegesetz eine Chance für einen Atomausstieg in Cattenom. Die Regierung in Frankreich will den Anteil von Atomstrom an der Gesamtstrommenge um 25 Prozent senken. Das könnte dazu führen, dass Cattenom geschlossen wird, so der Minister laut SR online.

30 illegale Überflüge

Die französischen Nuklearanlagen sind auf 19 Standorte verteilt. In den vergangenen Wochen wurden dort rund 30 unbemannte Drohnen gesichtet. Es ist verboten, Atomanlagen zu überfliegen. Als Konsequenz soll nach unbestätigten Informationen französischer Stellen bereits «eine Reihe technischer Geräte» wie Militärradar installiert worden sein.

Greenpeace nennt die Vorfälle besorgniserregend. «Es ist offensichtlich, dass die Sicherheitsbehörden diese Flüge weder aufklären noch verhindern können», sagte Smital.

«Verwundbar durch Drohnenangriffe»

Während einer Anhörung der französischen Nationalversammlung wies auch der britische Atomexperte John Large am Montagabend in Paris auf die selbst von der Atomaufsicht ASN festgestellten Mängel der Kraftwerke hin. Laut Large, dessen umfassendere Studie für Greenpeace Frankreich aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht wurde, sind «französische Atomkraftwerke verwundbar durch Angriffe mit Drohnen».

Für die deutsche Greenpeace-Studie hat die Diplom-Physikerin Oda Becker aus Hannover die Anfälligkeit der veralteten grenznahen Mailer Cattenom und Fessenheim sowie des größten Atomkraftwerks des Landes in Gravelines untersucht (siehe Infobox). Drei Szenarien - ein Angriff von Betriebsangehörigen, per Hubschrauber oder mit Drohnen - wurden dafür durchgespielt.

Im schlimmsten Fall drohe in den angegriffenen Reaktoren «ein nicht mehr beherrschbarer Kühlmittelverlust und damit ein Kernschmelzunfall», heißt es. Bei der «gefährlichsten und folgenschwersten Variante» - einer offenen Schutzhülle nach einem Anschlag - wird nach Berechnungen der Wissenschaftlerin radioaktives Material nicht nur in Frankreich, Deutschland oder Belgien, sondern je nach Wetterlage über Europa bis nach Schweden verteilt.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • svendorca am 25.11.2014 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    wenn der Terror das will, hätten sie es schon längst probiert. der Gau kann nur durch technische probleme kommen. Was hier helfen würde ist nur internationaler druck.

Die neusten Leser-Kommentare

  • svendorca am 25.11.2014 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    wenn der Terror das will, hätten sie es schon längst probiert. der Gau kann nur durch technische probleme kommen. Was hier helfen würde ist nur internationaler druck.