Insolvenz abgewendet
31. Juli 2012 12:49; Akt: 31.07.2012 14:56 Print
Schlecker Luxemburg ist gerettet
Die Auslandsgesellschaft der insolventen Drogeriekette hat die Kurve vor der Pleite in letzter Sekunde gekriegt. Die Filialen sind verkauft, die Jobs dürften bleiben.
Der Käufer der Schlecker Auslandsgesellschaft will die Läden in «daily» umbenennen. (Bild: DPA)
Die Schlecker-Auslandsgesellschaft in Österreich mit Filialen in weiteren Ländern hat einen Käufer gefunden. Die Wiener Beteiligungsgesellschaft Tap 09 habe alle 1350 Geschäfte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg gekauft, teilte die Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz am Dienstag mit. Die mehr als 4000 Angestellten, davon gut 100 in Luxemburg, wolle Tap 09 weiterbeschäftigen.
Wer steckt hinter Tap 09?Der österreichische Fonds Tap 09 (The Turnaround Platform) sammelt Geld von Anlegern ein und verspricht ihnen Gewinne von mehr als 20 Prozent im Jahr. Das Geschäftsmodell dieser sogenannten Private Equity Fonds besteht darin, junge oder angeschlagene Unternehmen ganz oder mehrheitlich zu übernehmen, umzubauen und zu sanieren und sie dann weiter zu verkaufen.
Das Ziel-Investmentkapital beträgt laut der Internetseite 500 Millionen Euro. Die Mindesteinlage liegt zwischen 150 000 und 200 000 Euro. Chef von Tap 09 ist der Unternehmensberater Rudolf Haberleitner, der früher Erfahrung in der Modebranche sammelte. Inzwischen ist er schon lange im Geschäft mit dem Umbau und dem Verkauf hochverschuldeter oder insolventer Unternehmen. 2001 wurde Haberleitner von oppositionellen Politikern heftig kritisiert, weil er damals als Aufsichtsrat einer bundeseigenen Gesellschaft für 80 Tage Arbeit 2,4 Millionen Schilling (rund 170 000 Euro) kassiert haben soll.
Geiwitz teilte mit: «Ich freue mich sehr, dass es für die 4600 Mitarbeiter und die Filialen eine gute Zukunft geben wird.» Der Übernahmevertrag mit Tap 09 sei am Montagabend in Linz unterzeichnet worden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Schlecker soll «daily» heißen
Die Suche nach einem Käufer der Österreicher Filiale, der auch die 28 Luxemburger Märkte angehören, war schwierig und langwierig. Nun scheint die Pleite abgewendet: «Eine Insolvenz wird es nicht geben. Sonst hätten wir es nicht gekauft», sagte der Wiener Anwalt Franz Guggenberger, der Tap 09 vertritt. Die Schlecker-Geschäfte sollen in den nächsten Monaten zu einer Kette mit dem Namen «daily» umgewandelt werden. Dort sollen nicht nur Drogerieartikel verkauft werden. Das genaue Konzept soll in den kommenden zwei bis drei Wochen ausgearbeitet werden, wie die Gewerkschaft LCGB erfahren hat. Die Gewerkschafter haben zudem eine Dringlichkeitssitzung mit den Verantwortlichen der neuen Besitzer angefragt.
Tap 09 ist nach eigenen Angaben auf die außergerichtliche Sanierung von Unternehmen spezialisiert (siehe Infokasten). Das Geschäftsmodell dieser sogenannten Private Equity Fonds besteht darin, angeschlagene und verschuldete Unternehmen ganz oder mehrheitlich zu übernehmen, umzubauen und zu sanieren und sie dann weiter zu verkaufen.
In Deutschland verloren durch die Schlecker-Pleite bislang gut 25 000 Menschen ihre Arbeit. Bei der Tochter Schlecker-XL findet derzeit der Ausverkauf statt, Ende August sollen alle 360 Märkte endgültig geschlossen werden.
(L'essentiel Online mit dpa)















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