Neues Lehrbuch

10. März 2015 13:11; Akt: 10.03.2015 15:26 Print

Wie man Luxemburgisch über Englisch lernt

LUXEMBURG - Auch Menschen aus Asien oder den USA wollen Luxemburgisch lernen. Dabei hilft ihnen Liz Wenger – mit englisch-luxemburgischen Sprachlektionen.

Die Luxemburgerin Liz Wenger unterrichtet Luxemburgisch - von Kanada aus. Soziale Medien machen es möglich.

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Luxemburgerin Liz Wenger und ihr kanadischer Ehemann haben es im Großherzogtum vermisst – ein englischsprachiges Lehrbuch zum Luxemburgischlernen. Jetzt brauchen sie es zwar nicht mehr, aber die Übersetzerin und Buchautorin will anderen in der gleichen Situation helfen und bringt ein solches Buch im Eigenverlag heraus. Das Besondere: Lernwillige brauchen kein Deutsch oder Französisch als Ausgangssprache – das Buch ist in einfachem Englisch geschrieben. Und sie können sich die Sprache selbst beibringen, sind also nicht auf einen Lehrer angewiesen.

Das Lehrbuch richtet sich an erwachsene und jugendliche Anfänger und umfasst das Sprachniveau A1. Dem Buch liegt keine Audio-CD bei: Die Audio-Tracks werden mit dem Smartphone über QR-Codes eingelesen oder stehen zum Download auf der Website bereit. Wenger hat am luxemburgischen Institut National des Langues ein «Zertifikat Lëtzebuerger Sprooch a Kultur» erworben.

Erst soziale Medien, dann klassisches Buch

«An dem Buch haben auch viele Menschen Interesse, die Englisch als zweite, dritte oder sogar vierte Sprache gelernt haben», berichtet Wenger aus ihrer Erfahrung. Zielgruppe sind also auch Menschen asiatischer oder ost- und südeuropäischer Herkunft. Doch das neue Buch ist nur eine Aktion von vielen: Wenger lehrt Luxemburgisch seit 2013 über Englisch. Bisher nutzte sie dafür vor allem die neuen Medien und die sozialen Netzwerke: Sie betreibt eine Internetseite, einen Youtube-Kanal, einen Facebook- und einen Twitter-Account, unterrichtet Luxemburgisch auch über Skype. Der Twitter-Account @LearnLuxembourg ist mit knapp 1200 Followern am beliebtesten, über 1000 Gefällt-mir hat das Facebook-Profil, der Youtube-Kanal bedient bisher nur 44 Abonnenten.

Die englischsprachigen Luxemburgischlerner «wohnen teilweise in Luxemburg und wollen Luxemburgisch lernen für den Beruf, für den Nationalitätstest, oder um mit den Lehrern ihrer Kinder sprechen zu können», erklärt Liz Wenger. Andere wiederum wohnen in den USA, haben luxemburgische Vorfahren und wollen zurück zu ihren Wurzeln. Die Lern-Tweets von Liz Wenger sind praxisbezogen und betreffen die Arbeitswelt und das tägliche Leben:




Steigendes Interesse an Luxemburgisch-Sprachkursen

Das Interesse für die luxemburgische Sprache nimmt immer mehr zu. In einer Statistik der Hauptstadt lässt sich für die vergangenen Jahre ein stetiger Anstieg verzeichnen: Schrieben sich im Schuljahr 2008/09 noch 704 Lernwillige für einen Luxemburgischkurs ein, waren es 2014/15 schon 817. Dabei liegt der größte Zuwachs bei den Nichtansässigen: Hier stieg die Zahl der Luxemburgischlerner im gleichen Zeitraum von 172 auf 275. Allein 37 Sprachkurse bietet die Stadt Luxemburg dieses Schuljahr an. Am beliebtesten sind Kurse für deutschsprechende Lerner (20 Teilnehmer am Niveau 1, 31 am Niveau 2) und die Intensivkurse für das erste Semester. Vier Mal in der Woche drücken 22 Teilnehmer die Schulbank, am Samstag lernen 28 Luxemburgisch.

Soweit zum Interesse an Luxemburgisch im Allgemeinen. Doch ein wachsendes Interesse an der Sprache beobachtet man längst auch bei Angloinfo Luxembourg, der größten Informationsseite für Auswanderer in Luxemburg. «Wir verzeichnen definitiv einen Anstieg der Suchanfragen nach Luxemburgisch-Kursen, traditionell wurde eher nach Französisch- oder Deutsch-Kursen gesucht», teilt Jean-Yves Gilson mit. Der Generaldirektor von Angloinfo Luxembourg nennt als oft gehörtes Motiv, dass Eltern ihre Kinder an luxemburgischen Schulen unterstützen wollen.

«Schwätzt lëtzebuergesch mat mir, ech léieren»

Im Bildungsministerium begegnet man den weder deutsch- noch französischsprechenden Luxemburgischlernern mit einem Netzwerk. «Die Abteilung für Erwachsenenbildung kooperiert mit verschiedenen Gemeinschaften und kann auf Luxemburgischlehrer zurückgreifen, die etwa Portugiesisch sprechen», erklärt Chantal Fandel aus der Abteilung für Erwachsenenbildung. Die Pädagogin räumt allerdings ein, dass man didaktisches Material wie Lehrbücher und Onlinekurse vielseitiger gestalten könnte. Den Ansatz von Wenger hält Fandel für eine «gute Initiative», für eine Einschätzung der Wirkung sei es aber noch zu früh.

Eine Erfahrung hat die nun in Kanada lebende Luxemburgerin Liz Wenger geprägt und sie auf eine weitere Geschäftsidee gebracht: Luxemburgischlerner hätten kaum Gelegenheit zum Üben, weil Luxemburger aus Höflichkeit ins Deutsche, Französische oder Englische wechseln. Deswegen hat Wenger den Slogan «Schwätzt lëtzebuergesch mat mir, ech léieren» auf T-Shirts, Tassen, Basecaps und Schlüsselanhänger drucken lassen. Mangelnde Gelegenheiten werden also immer weniger.

(Sophia Schülke/L'essentiel)

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