Beim Zoll abgefangen

20. Juni 2012 07:58; Akt: 20.06.2012 08:26 Print

Illegaler Handel mit Arzneien boomt

LUXEMBURG – Der Luxemburger Zoll beschlagnahmt immer öfter Medikamente, die im Internet bestellt wurden. Eine riskante Praxis.

storybild

Bei Fälschern und illegalen Händlern besonders beliebt: Potenzmittel wie etwa Viagra. (Bild: DPA)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Im Jahr 2010 hat der Zoll 7530 Pillen gefälschter Arzneimitteln abgefangen. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Beschlagnahmungen sprunghaft um 73 Prozent auf 13 000 Pillen an. Ein Trend, der sich 2012 fortzusetzen scheint.

«Die meisten Pakete stammen aus Indien», sagt Patrick Lenertz, Leiter des Zollamtes in Bettemburg. «Es ist leicht, Bestellungen über das Internet abzuschicken, die Preise sind niedriger als in der Apotheke und es ist diskreter.»


Zu peinlich Viagra verschreiben zu lassen

Für viele scheint noch immer eine Hemmschwelle da zu sein, bestimmte Medikamente wie Viagra, via Verschreibung beim Apotheker zu kaufen. Der Zoll beschlagnahmt jedoch auch Diät-Pillen oder Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck eingesetzt werden. «Manchmal werden die Pillen in flachen Paketen versandt, ohne weiteres Verpackungsmaterial», sagt der Zollbeamte. Die Kunden selbst werden kaum strafrechtlich verfolgt, mangels Klagen der Pharma-Unternehmen. Illegal bleibten solche Einkäufe trotzdem.

«Um verkauft zu werden, müssen Medikament eine Zulassung für den luxemburgischen Markt haben, ansonsten wird jeglichem Missbrauch Tür und Tor geöffnet», sagt Marc Schmit, Pharmazeut im Gesundheitsministerium. Falsch dosierte oder nicht überprüfte Arzneimittel, oder solche, die ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden, würden große gesundheitliche Risiken bergen. Aber den Kunden fehle das Bewusstsein dafür.

(Jerome Wiss / L'essentiel Online)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.