Castor-Transport

22. November 2011 15:44; Akt: 22.11.2011 16:55 Print

Polizei befürchtet gefährliche Strahlung

Der nächste Castor-Transport startet am Mittwoch in Frankreich. Die Wegstrecke bleibt geheim, genau wie die exakte Strahlenbelastung.

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Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen (hinten) und einige Transporthauben im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Am letzten November-Wochenende werden wieder tausende Atomkraftgegner aus ganz Deutschland im Wendland erwartet, um gegen den 13. Castor-Transport mit deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitung zu protestieren. (Bild: DPA)

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Offen ist, ob der Zug über die deutsch-französische Grenze nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder das Saarland kommt. Davon hängen auch mögliche Protestaktionen ab. Die Polizei halte sich mit einem Großaufgebot für alle Fälle bereit und werde flexibel reagieren, sagte ein Sprecher in Ludwigshafen. Angesichts der unklaren Strahlenbelastung hat die Polizeigewerkschaft GdP in Rheinland-Pfalz jedoch eine Umleitung des geplanten Castor-Transports aus Frankreich gefordert.

Strahlenmessungen manipuliert?

Die GdP hat sich nach eigenen Angaben auch an Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) gewandt. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, «sich dafür einzusetzen, dass vor der Durchführung des Transports plausibel nachgewiesen wird, dass zweifelsfrei keine Gefahr für die Bevölkerung und die eingesetzten Polizeikräfte besteht». Minister Lewentz erklärte, er nehme die Sorgen der Polizisten sehr ernst und habe das für die Genehmigung des Transports zuständige Bundesamt für Strahlenschutz «um eine kurzfristige Stellungnahme» zu Berechnungen von Greenpeace gebeten.

Unterdessen werfen Umweltschützer werfen dem niedersächsischen Umweltministerium vor, die Werte der Strahlenmessungen manipuliert zu haben, um den Transport genehmigen zu können. Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) forderte am Montag erneut einen Stopp der Castor-Transporte nach Gorleben. Der Atommüll aus der Wiederaufbereitung sollte bei den Wiederaufbereitungsanlagen bleiben. Bis ein Atom-Endlager gefunden sei dürfe es «keinen Atommüll-Tourismus durch Deutschland mehr» geben.

Lieber nach Philipsburg als nach Gorleben?

Der Transport solle auf «dem kürzesten Weg zum nächsten Zwischenlager gebracht werden, und das ist Philippsburg (bei Karlsruhe)», forderte Josef Schumacher vom GdP-Landesvorstand in einer Mitteilung. Unterdessen riefen die Castor-Gegner für Donnerstag zu einer Kundgebung in Berg in der Pfalz auf.

Der Zug mit elf Behältern, die für das niedersächsische Zwischenlager Gorleben bestimmt sind, soll nach Informationen der Umweltschützer bereits am Mittwoch in Frankreich starten, einen Tag früher als geplant. Die geplanten Protest-Aktionen seien daher ebenfalls um einen Tag vorgezogen worden, teilten die «Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen» mit. Das gelte sowohl für das «Blockadecamp» im französischen Valognes als auch für die «Südblockade» in Berg.

L’essentiel Online / (dpa)

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