Pussy Riot und Co.

09. August 2012 08:16; Akt: 09.08.2012 08:30 Print

Wie hoch ist der Preis für Mut?

Den Sängerinnen der Band Pussy Riot drohen drei Jahre Haft für ihre Musik. Sie sind nicht die einzigen Künstler, die für ihre provokativen Werke bestraft werden.

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Pussy Riot begehrten 40 Sekunden lang gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf – und zahlen dafür möglicherweise mit bis zu drei Jahren Haft. Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samutsewitsch und Maria Alechina werden für ihren Kurzauftritt in der Moskauer Christi-Erlöser-Kirche und ihren Song «Gottesmutter, vertreibe Putin!» wie Schwerverbrecherinnen behandelt. Kein Prozesstag gegen die drei Frauen ist kürzer als zehn Stunden. Zeit für die Prozessvorbereitung oder auch Schlaf bleibt so kaum.

Die Richterin, die von der Verteidigung mehrmals der Befangenheit beschuldigt wurde, lässt vor allem die Zeugen der Anklage zu. Auch die meisten schriftlichen Beweise dürfen laut Welt.de nicht vorgelesen werden.

Sang- und klanglos verschwinden

Es ist klar: Der Prozess soll so schnell wie möglich über die Bühne gehen und die «Gotteslästerinnen» sang- und klanglos hinter schwedischen Gardinen verschwinden.

Immerhin hat sich Putin letzte Woche erstmals zu dem Prozess geäußert – die Musikerinnen sollen «nicht zu hart» bestraft werden, forderte er. Wenig überraschend rückte dann auch die Staatsanwaltschaft von ihrer ursprünglichen Forderung einer siebenjährigen Haftstrafe ab. Das Urteil gegen die drei aufmüpfigen Punkdamen soll am 17. August verkündet werden.

Die Geschichte kennt hunderte Künstler, die sich den Mund nicht verbieten ließen und dafür einen hohen Preis zahlten. Einige Beispiele finden Sie in der Bildstrecke oben.

(L'essentiel Online/gux)