Dementi

20. September 2012 18:33; Akt: 27.09.2012 15:17 Print

Cargolux-​​Chef widerspricht sich selbst

LUXEMBURG – Erst sagte CEO Richard Forson, die Auslagerung der Wartung von Cargolux ins Ausland sei «eine Option». Nun will er von seinen Worten nichts mehr wissen.

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Bei Cargolux soll gespart werden. Wie genau, ist allerdings laut CEO Richard Forson noch unklar. (Bild: Editpress)

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Gewinne steigern, Kosten senken: Das ist die Maxime von Richard Forson, der übergangsweise als CEO bei Cargolux fungiert. Vor zwei Wochen sagte er in einem Interview mit dem Online-Fachemedium «Cargo Forwarder»: «Eine Option, über die wir diskutieren, betrifft unsere Wartungsstrategie. Bisher wurde diese Arbeit bei uns am Findel erledigt. Aber da die Arbeitskraft dort intensiv und somit kostspielig ist, werden alle Alternativen betrachtet, auch ein potenzielles Outsourcing eines Teils dieses Geschäfts, wenn die wirtschaftlichen Grundüberlegungen keinen Sinn ergeben.»

Nun will Forson von seinen eigenen Äußerungen nichts mehr wissen. In einem Brief an die Gewerkschaft LCGB erklärte er am Donnerstag: «Ich weiß nicht, woher die Information über ein potenzielles Outsourcing der Wartungsarbeiten nach Singapur kommt, aber definitiv nicht aus meinem Büro.» Ein Auslagern des so genannten C-Checks - eine größere Überprüfung des Flugzeugs, die etwa alle anderthalb Jahre fällig wird - mache keinen Sinn. Dies habe er bereits in früheren Gesprächen mit der Gewerkschaft erklärt.

Noch wird geprüft

Derzeit würden alle Bereiche des Frachtunternehmens überprüft. Danach erst würden dem Verwaltungsrat Vorschläge unterbreitet, die zum Ziel hätten, Cargolux wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen. «Zu spekulieren, zu welchen Aktionen dies führen wird, würde diesen Empfehlungen vorausgreifen», schließt Richard Forson seinen Brief ab. Auch an die Belegschaft wandte er sich am Donnerstag. In einem Schreiben erklärte er, es seien harte Entscheidungen nötig. Die Mitarbeiter müssten Opfer bringen.

Gegenüber dem OGBL scheint Forson am gleichen Tag andere Töne als gegenüber dem LCGB angeschlagen zu haben. In einer Sitzung mit dem OGBL am Donnerstag soll er seine Aussagen aus dem Interview bestätigt haben. «Ihm zufolge ist das Outsourcing die erste Option, wenn sich in der Analyse herausstellt, dass ein Teil der Wartung im mittleren Osten preisgünstiger erledigt werden kann als in Luxemburg», sagte OGBL-Gewerkschafter Hubert Hollerich, der an dem Treffen teilgenommen hat, am Abend gegenüber «L'essentiel Online». «Wir haben nur einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass in dieser Studie herauskommt, dass es möglich ist, die Kosten in Luxemburg auf dieses Niveau zu senken. Und wenn, dann geht das nicht ohne einen sozialen Kahlschlag.»

Forson habe erklärt, das Kerngeschäft von Cargolux sei der Transport von Fracht, nicht die Wartung. Der OGBL befürchtet, dass am Findel viele Arbeitsplätze gestrichen werden, wenn die zeitintensiven Inspektionsarbeiten an den Fliegern ins Ausland verlegt werden.

(ks/L'essentiel Online)

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