Star-Pilotinnen

12. Juni 2012 17:58; Akt: 12.06.2012 18:22 Print

China schießt seine erste Frau ins All

Diese Woche will China erstmals eine Taikonautin in den Weltraum schicken. Der Klub weiblicher Astronauten ist auch im Jahr 52 der bemannten Raumfahrt noch sehr exklusiv.

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China wird voraussichtlich am kommenden Samstag ein neues Kapitel in der Geschichte ihrer «bemannten» Raumfahrt schreiben: Das Reich der Mitte will erstmals eine Frau ins All schießen. Nach wochenlangen Spekulationen haben lokale Medien bestätigt, dass noch zwei Kandidatinnen im Rennen sind. Beide sind 34 Jahre alt und Star-Pilotinnen der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee.

Liu Wang hat sich laut der «Guizhou Economic Times» durch ihr heldenhaftes Verhalten nach einem spektakulären Zwischenfall ausgezeichnet: Während eines Flugs kollidierte sie mit einem Schwarm Brieftauben, von denen zwei in den Ansaugkanal gerieten und ein Triebwerk außer Gefecht setzten. Andere schlugen auf der Windschutzscheibe auf, die der Pilotin fortan blutverspritzt die Sicht einschränkte. Trotz dieser widrigen Umstände gelang es Wang nach 11 Minuten, ihren Kampfjet sicher zu landen.

Ihre Rivalin Wang Yaping soll laut dem «Guardian» nach dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sechuan im Jahr 2008 zahlreiche Hilfseinsätze geflogen haben. Im selben Jahr steuerte sie ein Spezialflugzeug, das im Himmel über Peking Kondensationskerne versprühte. Auf diese Weise konnte Regen während den Olympischen Spielen verhindert werden.

Erstes bemanntes Kopplungsmanöver

Die chinesische Führung stellt neben solchen Einsätzen fürs Vaterland weitere harte Bedingungen an ihre weiblichen Taikonauten: Nur Mütter sind zugelassen, da Raumfahrtmissionen die Fruchtbarkeit von Frauen negativ beeinträchtigen können. Auch Narben sind ein Ausschlusskriterium, da sie aufreißen könnten und in der Schwerelosigkeit kaum verheilen. Laut einem chinesischen Raumfahrtexperten haben Taikonautinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen aber auch Vorteile: Raschere Auffassungsgabe und bessere Kommunikationsfähigkeiten.

Die siegreiche Kandidatin dürfte gleich doppelt Geschichte schreiben: Zusammen mit zwei männlichen Taikonauten an Bord der Shenzhou 9 wird sie erstmals mit einem chinesischen Raumschiff ein bemanntes Kopplungsmanöver im All vollziehen. Ziel ist das Raumlabor Tiangong 1, das seit dem 29. September 2011 in der Erdumlaufbahn ist.

Exklusiver Klub

China wird die achte Nation sein, die eine Frau ins All entsendet und erst die dritte mit einem eigenen Raumschiff. Valentina Tereshkova begründete den exklusiven Klub 1963 an Bord der sowjetischen Raumkapsel Vostok 6. Die heute 75-Jährige bekundete unlängst bei einem Treffen mit Wladimir Putin ihr Interesse an einer Marsmission, selbst wenn sie nie wieder zur Erde zurückkehren könnte. Ähnlich hat sich auch Claude Nicollier, der bisher einzige Schweizer im All, geäußert.


Unbemanntes Kopplungsmanöver von Shenzhou 8 im November 2011:


( L'essentiel Online / kri)

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