Geleakte Datenbank

10. April 2012 12:00; Akt: 10.04.2012 17:12 Print

Durchsuchung bei Chef der Piratepartei

LUXEMBURG - Im Zusammenhang mit der geleakten Datenbank des sportlich-medizinischen Diensts ermittelt die Polizei gegen Sven Clement, Präsident der Piratepartei.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach Informationen der luxemburgischen Piratepartei hat die Polizei am vergangenen Mittwoch die Wohnung von Parteipräsident Sven Clement durchsucht. Gegen ihn werde im Zusammenhang mit der geleakten Datenbank des sportlich-medizinischen Dienstes ermittelt.

Laut Aussage von Sven Clement klingelten Beamte der Police Judiciaire am Mittwochmorgen um 6.30 Uhr an seiner Wohnungstür und präsentierten einen richterlichen Durchsuchungsbefehl. Die Beamten beschlagnahmten zwei Notebooks, zwei Mobiltelefone sowie ein iPad.

Zweite Durchsuchung bei weiterem Verdächtigen

Nach Informationen von «L'essentiel Online» wurde zeitnah eine zweite Hausdurchsuchung bei einem weiteren Verdächtigen durchgeführt. Es soll sich dabei um einen Mitarbeiter des luxemburgischen Computer Emergency Response Teams «CIRCL» handeln. Das IT-Sicherheitsteam gehört zum wirtschaftlichen Interessenverband «Security Made in Letzebuerg» (Smile g.i.e) und ist für die Überwachung und Aufklärung von Angriffen gegen private und kommunale Server und IT-Infarstrukturen zuständig.

Clement überrascht von Durchsuchung

Der Piraten-Präsident zeigte sich gegenüber «L’essentiel Online» überrascht, «dass ich als Überbringer der Nachricht bestraft werden soll, während die Verantwortlichen des Datenlecks im Sportministerium offenbar unbehelligt bleiben».

Der richterliche Beschluss habe drei Verdachtspunkte enthalten, die Clement noch nicht näher bezeichnen wollte: «Ich werde heute mit meinem Anwalt reden und mich zu gegebener Zeit dazu äußern.»

Unbestätigten Information zufolge soll es sich dabei um die Tatbestände «Diebstahl», «Diebstahl anhand gefälschter Schlüsse»l sowie «Computereinbruch» handeln.

Die Person, die anonym geblieben war, hatte sich im Januar unerlaubt Zugang zu rund 50 000 Datensätzen von luxemburgischen Sportlern verschafft. Dabei nutzte sie die Unachtsamkeit eines Mitarbeiters eines medizinisch-sportlichen Zentrums aus, der das Passwort für die Datenbank an seinem Arbeitsplatz offen sichtbar notiert hatte. Anschließend machte die Person das Leck öffentlich. Der Staat erstattete Anzeige gegen unbekannt.

Die nationale Datenschutzkommission prüfte den Fall. Das Justizministerium versprach, seine Mitarbeiter zu einer Schulung zu schicken und die Sicherheitsmaßnahmen bei den staatlichen Datenbanken zu verschärfen.

(mth/ks/L'essentiel Online)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Brück am 10.04.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist bezeichnend für eine Regierung, wenn sie diejenigen bestrafen will, die Missstände aufdecken und die eigentlichen Schuldigen schützt. Wenn Schulungen notwendig sind, damit Mitarbeiter von Institutionen oder Betrieben nicht fahrlässig mit sensiblen Daten umgehen, liegt der Fehler im System. Man sollte Sven dankbar dafür sein, dass dieses Problem so erkannt werden konnte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Brück am 10.04.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist bezeichnend für eine Regierung, wenn sie diejenigen bestrafen will, die Missstände aufdecken und die eigentlichen Schuldigen schützt. Wenn Schulungen notwendig sind, damit Mitarbeiter von Institutionen oder Betrieben nicht fahrlässig mit sensiblen Daten umgehen, liegt der Fehler im System. Man sollte Sven dankbar dafür sein, dass dieses Problem so erkannt werden konnte.