ArcelorMittal

03. Dezember 2012 09:08; Akt: 03.12.2012 09:17 Print

«Es gibt eine Einigung, aber kein Vertrauen»

FLORANGE – ArcelorMittal hat die drohende Verstaatlichung seines Werks in Florange abgewendet. Doch Ruhe kehrt damit nicht ein. Die Gewerkschaften bleiben besorgt.

storybild

Premierminister Ayrault verkündet die Einigung am Freitag im Hôtel de Matignon. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der Einigung zwischen ArcelorMittal und der französischen Regierung, die beiden Hochöfen in Florange zwar stillzulegen, aber nicht zu abzubauen, wird das Thema diese Woche wohl noch nicht von der Agenda verschwinden. Premierminister Jean-Marc Ayrault hat die Gewerkschaften am Mittwoch nach Paris zu Gesprächen eingeladen. Edouard Martin von der CFDT befürchtet, dass die Arbeitsplätze von 500 Mitarbeitern in Gefahr sind, die bei Zuliefererfirmen von ArcelorMittal angestellt sind.

Auch innerhalb der Regierung ist die Skepsis groß. «Es gibt eine Einigung, aber kein Vertrauen», sagte am Sonntag Umweltministerin Delphine Batho. «Mittal hat in der Vergangenheit seine Versprechungen nie gehalten.» Zweifel kamen auf, nachdem der Konzernchef es am Samstag vermieden hatte, das europäische Projekt Ulcos zu erwähnen. Es soll dazu beitragen, dass einer der Hochöfen in Florange langfristig wieder in Betrieb genommen werden kann, um Stahl unter geringerem CO2-Ausstoß zu produzieren. Die Europäische Kommission wird eine endgültige Entscheidung zu diesem Projekt am 20. Dezember vornehmen. Nach Angaben der französischen Regierung hat ArcelorMittal sich dazu bereit erklärt, das Projekt zu analysieren.

Investitionen in Höhe von 180 Millionen Euro

Die Nachricht über die Abwendung einer Verstaatlichung kam am Freitagabend. Nach Angaben der Regierung in Paris wird das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren 180 Millionen Euro in die Produktionsstätte in Lothringen investieren und zwei stillgelegte Hochöfen vorerst nicht demontieren. Für die Mitarbeiter werde kein Sozialplan notwendig, sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault.

Die französische Regierung hatte zuvor mit einer Verstaatlichung des Standortes nahe der deutschen und luxemburgischen Grenze gedroht. Sie wollte damit den Verlust der rund 600 Arbeitsplätze in der Flüssigstahlproduktion abwenden. ArcelorMittal hatte zuletzt die zwei Hochöfen der Produktionsstätte wegen Überkapazitäten stillgelegt und nur das lukrative Walzwerk zur Herstellung von Spezialblechen für die europäische Autoindustrie weiter betrieben. Für die Hochöfen allein fand sich kein Übernahmeinteressent.

(L'essentiel Online/afp/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.