Fahndung nach Sex-Täter

03. Juli 2014 18:15; Akt: 03.07.2014 18:25 Print

«Exhibitionisten sind nur selten zu fassen»

LUXEMBURG – Zwei Fälle von Exhibitionismus innerhalb kurzer Zeit beschäftigen die Luxemburger Kriminalermittler. Ein Arzt erklärt, wie die Täter ticken.

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Die Polizei kann Exhibitionisten nur in den seltensten Fällen fassen. (Bild: DPA)

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Die Luxemburger Polizei bewegt sich derzeit auf ungewohntem Terrain: Innerhalb kurzer Zeit haben sich in Esch/Alzette und in der Hauptstadt zwei Fälle von Exhibitionismus ereignet. Vergangene Woche lauerte ein Mann in Esch-Nonnewisen Kindern in der Nähe eines Radwegs auf, um ihnen dann sein Geschlechtsteil zu präsentieren. Ein ähnlicher Fall spielte sich in der Nacht auf Dienstag in Luxemburg-Hollerich ab, als eine Frau unweit des Hauptbahnhofs belästigt wurde.

Exhibitionistische Handlungen sind laut dem Strafgesetzbuch (Code Pénal) strafbar, besonders streng ist der Gesetzgeber, wenn Kinder belästigt werden. Während die Polizei erklärt, dass solche Fälle nur sehr selten vorkämen, berichtet der klinische Psychologe Habib Jedidi jedoch Gegenteiliges. Jedidi hat bereits mehrere Exhibitionisten in seiner Praxis behandelt: «Solche Fälle gibt es immer mehr wieder. Sehr selten ist nur, dass die Täter auch gefasst werden.»

Selten aggressiv

Was geht in einem Exhibitionisten eigentlich vor? «Diese Leute wollen eine sexuelle Fantasie ausleben», erklärt der Sexualwissenschafter. «Da sie sich anderen Menschen nur schwer sexuell und emotional annähern können, versuchen sie ihre sexuellen Neigungen durch Zurschaustellung ihrer Nacktheit auszuleben.»

Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass Exhibitionisten aggressiv werden oder ihre Opfer gar vergewaltigen wollen. «Der Exhibitionist ist wie ein Fetischist, der jemandes Unterwäsche stiehlt. An Körperkontakt sind diese Leute nicht interessiert.» Und wie ist das eigentlich mit den Flitzern, die derzeit häufig bei der Fußball-WM zu sehen sind? «Das ist etwas anderes. Flitzer haben in der Regel keine sexuelle Störung, sondern wollen eigentlich nur eine gute Show für das Publikum abliefern», erklärt der Mediziner.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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