Ab 3. September

24. August 2012 17:28; Akt: 24.08.2012 17:31 Print

Kinderhorte werden für viele Eltern teurer

LUXEMBURG – In der Krise spart der Staat bei der Betreuung des Nachwuchses. Eltern von 11 500 Kindern zahlen bald mehr für Krippe und Hort. Widerstand regt sich.

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Für die Kinderbetreuung müssen Eltern in Luxemburg oft mehrere hundert Euro zahlen. (Bild: DPA)

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«Nach den Sommerferien werden mich zwei Stunden Kinderbetreuung und das Essen in der Kantine 10,50 Euro kosten, vor der Einführung der neuen Tarife waren es acht Euro», beschwert sich Mélanie, die Mutter von zwei Kindern ist. Im Zuge der Krise hat die Regierung beschlossen, das Modell «Chèque Service» (siehe Infobox) umzustellen und nun diese staatliche Förderung für die außerschulische Kinderbetreuung an das Einkommen der Eltern zu koppeln. Das heißt: Besserverdiener müssen ab dem 3. September mehr zahlen. Derzeit profitieren 63 000 Kindern von der staatlichen Hilfe, 11 500 Kinder sind von der Tariferhöhung betroffen – also jedes sechste Kind.

Teurer wird es nur, wenn ein Haushalt mehr als das 3,5-fache des Mindesteinkommens (es liegt bei rund 1 800) verdient. Mélanie ist sich darüber bewusst, dass sie privilegiert ist. Ihr Haushalt verfügt über mehr als das 4,5-fache des Mindestlohns. «Ich kann mich nicht wirklich beschweren», sagt sie und rechnet dennoch nach. «15 Stunden Kinderbetreuung pro Woche und fünf Mittagessen pro Kind werden mich zwischen 700 und 750 Euro pro Monat kosten, vorher waren es 500.»

«Nicht zu Lasten der Familien»

Für Haushalte, die gerade über dem Limit liegen, ab dem es teurer wird, fällt die Preiserhöhung niederiger aus. Wir haben nachgerechnet und das Beispiel eines Haushalts mit einem Kind und einem Einkommen von 6 500 Euro genommen. Eine Betreuungsstunde wird für diese Eltern 50 Cent teurer. Bei 26 Stunden pro Woche macht das eine Preissteigerung von 10,50 Euro aus bzw. von 42 Euro pro Monat.

Olivier, der seine zwei Kinder in einer Krippe betreuen lässt, beschwert sich generell über die Unkosten: «Bei uns reißt das ein Loch von monatlich 400 Euro auf. Warum greift die Regierung so arg in die Taschen der Familien?»

Die Botschaft der Regierung ist hingegen klar: Wohlbetuchte Familien haben weniger Unterstützung nötig und können daher einen größeren Beitrag leisten. Mélanie findet das zweifelhaft: «Dass es bestimmter Anstrengungen in Krisenzeiten bedarf, das verstehe ich, aber vielleicht nicht zu Lasten der Familien.»

(fr/L'essentiel Online)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gast am 03.10.2012 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Es sind immer wieder die die mehr als genug verdienen die sich auch beschweren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gast am 03.10.2012 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Es sind immer wieder die die mehr als genug verdienen die sich auch beschweren!