ArcelorMittal in Florange

28. November 2012 18:18; Akt: 28.11.2012 20:51 Print

Regierung droht Mittal mit Verstaatlichung

Im Tauziehen um die Zukunft der Anlagen von ArcelorMittal in Florange erhöht Frankreich den Druck: Sollte keine Übernahme zustande kommen, wird alles verstaatlicht.

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Industrieminister Arnaud Montebourg spielt das Pokerspiel um Florange Karte für Karte aus. Nach der Beschimpfung Mittals und dem Wunsch, ihn nicht mehr in Frankreich zu sehen, kam am Mittwoch eine neue Ankündigung: Sollte bis zum Ablauf des Ultimatums auf der Suche nach einem neuen Besitzer kein Käufer gefunden werden, will die Regierung den gesamten Stahlstandort in Florange verstaatlichen. Das erklärten Gewerkschaftsvertreter am Mittwochabend nach einem Treffen mit Montebourg.

Damit erhöht die französische Regierung den Druck auf ArcelorMittal. Zuvor hatte der Industrieminister bereits vor der Nationalversammlung erklärt, ein Industrieller sei bereit, in die Anlage 400 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zu investieren.

ArcelorMittal gegen Verkauf des gesamten Standorts

Bisher hat der Stahlriese, dem die gesamte Anlage einschließlich der beiden stillgelegten Hochöfen gehört, keine Stellung genommen. Hauptaktionär Lakshmi Mittal hatte in einem Gespräch mit Staatspräsident François Hollande am Dienstagabend noch einmal betont, dass von einem möglichen Verkauf nur die beiden Hochöfen und ihre direkte Umgebung betroffen seien. Die Kokerei am Standort Florange hatte Mittal noch auf das Paket draufgelegt. Und genau das ist der Knackpunkt: Denn die Kaufinteressenten sind lediglich an der Gesamtanlage interessiert. Der Wert der Anlage in Florange/Hayange wird französischen Medien zufolge von Experten auf eine Milliarde Euro geschätzt.

Die beiden Hochöfen in Florange/Hayange arbeiten seit 14 und 18 Monaten nicht mehr. Mit ihrer Produktion von zwei und zweieinhalb Millionen Tonnen sind es kleine Hochöfen, die nicht mehr die nötige Rentabilität bringen. ArcelorMittal hatte am 1. Oktober verkündet, dass sie endgültig geschlossen werden sollen. Die französische Regierung hatte daraufhin eine Frist erbeten, um einen Käufer zu suchen. Diese läuft am Wochenende aus.

(L'essentiel Online mit Helmut Wyrwich/tageblatt.lu)

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