SCHLEUSENAUSBAU GESTOPPT

21. August 2012 14:31; Akt: 21.08.2012 15:08 Print

Stau auf der Mosel löst sich so bald nicht auf

TRIER – Auf der Mosel stehen Schiffe oft im Stau. Erneuerte Schleusen sollten Abhilfe schaffen. Doch Deutschland stoppt die Baustelle - auch zum Bedauern Luxemburgs.

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Ex-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kam 2009 zur Eröffnung der ersten ausgebauten Moselschleuse nach Zeltingen. Sein Nachfolger Peter Ramsauer hat nun die Modernisierung gestoppt. (Bild: DPA)

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Die Mosel ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege in Deutschland, doch heillos überlastet. Die Konsequenz: Die Schiffe stehen vor den Schleusen im Stau. Eine Studie hat ergeben, dass ein Güterschiff von Koblenz bis zum Saarhafen Dillingen eine Wartezeit an den Schleusen von durchschnittlich neun Stunden in Kauf nehmen muss – und noch mehr im Sommer, wenn die Touristenschiffe an den Staustufen Vorfahrt haben.

Abhilfe sollte der Ausbau der zehn deutschen Moselschleusen schaffen, doch hat die Bundesregierung die bereits begonnene Modernisierung nun gestoppt. Die finanziellen Mittel - pro Staustufe sind dies 50 Millionen Euro - sind ausgegangen. «Damit der Bauabschnitt in angemessenen Zeiträumen erfolgen kann, ist die haushalterische Grundlage zu verbessern», schrieb Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, vor wenigen Tagen an den CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster aus Trier. Die Fertigstellung, die für 2030 vorgesehen war, rückt damit in weite Ferne.

Fernand Boden: «Der Ausbau ist sehr wichtig»

Bisher wurde lediglich die Staustufe in Zeltingen (nahe Wittlich) mit einer zweiten Kammer ausgestattet, die das gleichzeitige Schleusen von zwei Schiffen ermöglicht. Eine zweite Schleuse in Fankel (bei Cochem) soll im Frühjahr 2013 fertiggestellt werden. In Trier wurde bereits mit dem Bau begonnen, doch die Arbeiten dort werden nun gestoppt. «Inakzeptabel», findet das Oberbürgermeister Klaus Jensen. Die Verzögerung schade dem Trierer Hafen und darüber hinaus der Wirtschaft in der Großregion. «Einen Stillstand werden wir nicht akzeptieren», erklärten Roger Lewentz und Heiko Maas, Infrastrukturminister von Rheinland-Pfalz bzw. des Saarlandes, unisono.

Auch in Luxemburg regt sich Widerstand. Das Land hatte sich noch im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Saarland und Rheinland-Pfalz für einen schnelleren Ausbau gar bis 2025 stark gemacht. Schließlich sind auch die Schiffe, die den Merterter Hafen ansteuern, auf eine zügige Wasserverbindung angewiesen. «Die Mittel sind derzeit zwar knapp, aber man muss eben Prioritäten setzen. Der Ausbau ist sehr wichtig, daher ist es bedauerlich, dass er sich nun verzögert», erklärte Fernand Boden, Präsident der parlamentarischen Kommission zur nachhaltigen Entwicklung, auf Anfrage von «L’essentiel Online».

(ks/L'essentiel Online)