Autozölle bleiben Thema

27. Juli 2018 07:15; Akt: 27.07.2018 07:22 Print

USA loben Zugeständnisse der EU im Handelsstreit

Bei seinen Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Donald Trump mehr erreicht, als erwartet worden war.

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Zölle auf Autos sind für die USA weiterhin nicht vom Tisch, dies bestätigte ein Mitarbeiter der US-Regierung. US-Präsident Donald Trump hat bei den Handelsgesprächen mit Jean-Claude Juncker mehr Zugeständnisse von den Europäern bekommen, als erwartet worden war. Trump behalte sich aber weiterhin die Möglichkeit vor, Zölle auf Autos zu erheben.

Es gebe zudem keine zeitlichen Vorgaben für einen Abschluss der Verhandlungen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter der US-Regierung am Donnerstag weiter. Trump sei fest entschlossen, von der EU einen völligen Verzicht auf Zölle zu erreichen. Teil der Vereinbarung sei aber auch gewesen, dass die USA und Europa gemeinsam gegen chinesische Verstöße gegen fairen Handel vorgingen. «Sie (die Europäer) wollen mit uns zusammen an China arbeiten und uns bei der Reform der WTO (Welthandelsorganisation) helfen», sagte der US-Regierungsmitarbeiter.

Knackpunkt Landwirtschaft

Trump pries seine Vereinbarungen mit der EU zur Beilegung des Handelsstreits obendrein als großen Gewinn für die heimische Landwirtschaft. «Wir haben gerade Europa für Euch Farmer geöffnet», sagte Trump am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung in Peosta im agrarisch geprägten US-Bundesstaat Iowa. Der europäische Markt werde nun für die Importe von Sojabohnen aus den USA geöffnet. Für Trump ist dies ein zentraler Teil des mit Juncker ausgehandelten Plans - denn die US-Sojafarmer haben derzeit mit chinesischen Vergeltungszöllen zu kämpfen. Peking hatte diese Aufschläge als Reaktion auf von Trump in Kraft gesetzte Strafzölle auf chinesische Produkte verhängt.

Der US-Präsident muss deswegen befürchten, dass seine Republikanische Partei bei den Kongresswahlen im November in von der Landwirtschaft abhängigen Regionen stark an Zuspruch verliert. Dass Trump nun - zumindest vorläufig - vom handelspolitischen Konfrontationskurs gegenüber der EU abgerückt ist, bringen Beobachter in den USA folglich mit den Kongresswahlen in direkten Zusammenhang.

US-Präsident Trump dankte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker persönlich für die Übereinkunft im Handelsstreit. «Er ist wirklich ein sehr hartnäckiger, sehr kluger und ein sehr guter Mann», sagte Trump am Donnerstag anlässlich der Wiedereröffnung eines Stahlwerkes in Granite City (Illinois). «Natürlich, wenn ich keinen Deal mit ihm gemacht hätte, dann hätte ich gesagt, er ist eine fürchterliche Person», führte Trump weiter aus.

Frankreich skeptisch

Trump und Juncker hatten sich am Mittwoch überraschend darauf geeinigt, auf eine Verhängung weiterer Sonderzölle zu verzichten und über eine Öffnung von Märkten zu verhandeln. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zeigte sich unterdessen skeptisch über die am Mittwoch zwischen US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker getroffenen Handelsabsprachen.

Die Gespräche seien zwar nützlich gewesen, sagte Macron am Donnerstag am Rande eines Besuchs in Madrid. Zugleich sprach er sich aber gegen Verhandlungen über ein «umfassendes Handelsabkommen» mit Washington aus. Der «Kontext» erlaube derartige Verhandlung im Augenblick aber nicht, sagte Macron. Zuvor erwarte er «Entspannungssignale zu Stahl und Aluminium, die von den USA mit illegalen Zöllen belegt wurden».

(L'essentiel/scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veritas am 27.07.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Den Tesla gëtt da mol méi genschteg, gutt , awer GMO Soja ... ? An dann an Zukunft HFCS an all Gedrenks, an Hormon-Flesch?

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  • Léon am 27.07.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Les américains on réussit à avoir ce qu’il voulait. Merci Juncker de d’avoir fait avoir.

  • Arm am 28.07.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump macht auch Geschäfte mit den Taliban Hauptsache Amerika first

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arm am 28.07.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump macht auch Geschäfte mit den Taliban Hauptsache Amerika first

  • Léon am 27.07.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Les américains on réussit à avoir ce qu’il voulait. Merci Juncker de d’avoir fait avoir.

  • GENTECH IS NO FOOD am 27.07.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    2 Diktatoren - 2 Diktaturen ... a kee Schwein kann sech wiëren durch Getwitters, wann et elo Gentechsoja muss friëssen ... sou léisen sie hieren Handelsstreit um Rëck vun den armen onschëllegen Schwein, déih absolut rechtlos vum Mënsch weggespart versklavt gin, fir dat mir hiert Geschrei net héieren, wann sie am eegenen Dreck leien! ... an duërno iësse mir d'Schwein, déih am Gehacktesmix ouni iergendeng Gentechfudderdeklaratioun am Supermarché am Regal leiën ... de Kriebs léist net op sech warden an ons Urgencen fëllen sech ëmmer méih mat Multidisfunktionementer! ...

  • Veritas am 27.07.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Den Tesla gëtt da mol méi genschteg, gutt , awer GMO Soja ... ? An dann an Zukunft HFCS an all Gedrenks, an Hormon-Flesch?

    • Dusninja am 28.07.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Dat HFCS ass do allguer elo scho dran. Goufs Du op Glucose-Fruktos-Siroup gucke ;). An den GMO Meis gitt et zu Versis. Die hunn scho 2010 gesoot dat sie dacks net ouni GMO verkaafen.

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