Opfer von MH17 in Luxemburg

21. Juli 2014 13:45; Akt: 21.07.2014 16:23 Print

Über hundert Menschen nehmen Abschied

ROESER – Bei dem Flugzeugcrash über der Ukraine kam auch eine Familie aus Roeser ums Leben. Viele Menschen in Roeser und der Haupstadt sind schwer betroffen.

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Die Gemeinde Roeser steht nach dem Tod der Familie Hoare im Unglücksflieger MH17 weiter unter Schock. Vor dem Haus der Familie in der Rue des Fleurs liegen Blumensträuße, Kerzen sind aufgestellt.

Andrew, Frau Estella und die Kinder Jasper und Friso waren beliebt in der Nachbarschaft. «Die Familie war sehr nett, ich bin sehr traurig über das, was passiert ist», sagt eine Nachbarin.

Urlaub im Regenwald

«Es war das erste Mal, das der jüngere der beiden Söhne diesen Sommer nicht an den Ferienaktivitäten in der Maison relais teilgenommen hat. Eben weil die Familie einen Urlaub im Regenwald von Borneo geplant hatte», erzählt Bürgermeister Tom Jungen (LSAP). Doch dort kam die vierköpfige Familie niemals an: Die Maschine wurde auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur im Osten der Ukraine mutmaßlich von einer Rakete der prorussischen Separatisten getroffen. 298 Menschen starben, die Erhebungen zur Unfallursache laufen. «Plötzlich ist ein weit entferntes Unglück ganz nah», drückt es der Bürgermeister von Roeser aus.

Seit Montag liegt ein Kondolenzbuch in der Gemeinde auf, in dem Trauernde ihre Beileidsbekundungen für die Hoares hinterlassen können. Als erstes haben sich Premier Bettel und der niederländische Botschafter in Luxemburg, Peter W. Kok, am Montag eingetragen, nachdem sie zuvor gemeinsam auch in der niederländischen Botschaft in der Hauptstadt eine Kondolenznachricht hinterlassen hatten. Mittlerweile haben sich mehr als 100 Menschen eingetragen. Vor der Botschaft wurden massenhaft Blumen und Kerzen aufgestellt.

Gedenkfeier im Gespräch

Die Gemeinde Roeser überlegt auch, eine Gedenkfeier für die Familie zu veranstalten. «Wir wollen uns aber erst mit den Angehörigen darüber unterhalten und ihnen ein paar Tage Zeit geben, um mit der neuen Situation zurechtzukommen», sagt Jungen.

Nach Angaben des niederländischen Botschafters im Großherzogtum wird die heikle Frage der Identifizierung und Rückführung der Leichen am Montag im Rahmen einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats diskutiert werden. Luxemburg ist dort mit Außenminister Jean Asselborn (LSAP) vertreten.

(jmh/L'essentiel)

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