Sonderbotschafterin

23. April 2019 10:44; Akt: 23.04.2019 10:58 Print

Angelina Jolie kämpft gegen sexuelle Gewalt

Der Hollywood-Star hat gemeinsam mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas einen Gastbeitrag für die «Washington Post» geschrieben.

storybild

Angelina Jolie engagiert sich seit Jahren als UNHCR-Sondergesandte. (Bild: AFP/Johannes Eisele)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sexuelle Gewalt wird in vielen Konflikten als Mittel der Kriegsführung eingesetzt. Die Vereinten Nationen gehen seit Jahren dagegen vor. Doch bisher erweist sich die Weltgemeinschaft eher als zahnloser Tiger. Kann man das ändern?

Mit einer Resolution des UN-Sicherheitsrates will Deutschlands Außenminister Heiko Maas dem weltweiten Kampf gegen sexuellen Missbrauch im Krieg mehr Durchschlagskraft verleihen. Vor der Eröffnung der Debatte am Dienstag wandten sich Maas und die US-Schauspielerin Angelina Jolie, UN-Sondergesandte für Flüchtlinge, gemeinsam an die Öffentlichkeit. Jolie kämpft seit Jahren gegen sexuelle Gewalt in Krisengebieten und arbeitet für die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR.

« Viel zu oft kommen Täter ungestraft davon »

In einem gemeinsamen Gastbeitrag für die «Washington Post» schilderten Maas und Jolie am Montag beispielhaft Schicksale von Frauen in Krisenländern. Darin beklagten sie unter anderem, dass die Weltgemeinschaft die Gräuel in Syrien und Myanmar nicht verhindern konnte. Der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege, der in seiner Klinik im Kongo drei Generationen vergewaltigter Frauen und Mädchen aus einer Familie behandelt habe, werde dem UN-Sicherheitsrat über seine Erfahrungen berichten.

Jolie und Maas wollen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu sollen die Taten systematisch erfasst und die Ermittlungen erleichtert werden. Außerdem müssten die Opfer stärker unterstützt und ihren Klagen Gehör verschafft werden.

« Sexuelle Gewalt als Terrortaktik »

«Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt werden als Kriegs- und Terrortaktik weltweit genutzt», schrieben Maas und Jolie. Viel zu oft kämen Täter ungestraft davon. «Diese Straffreiheit hat verheerende Konsequenzen.» Sie fügten hinzu: «Wir haben beide Überlebende in Ländern wie Irak, Bosnien und Sierra Leone getroffen, die uns eindringlich gebeten haben, den Mangel an strafrechtlicher Verfolgung zu beseitigen, der dazu führt, dass sexuelle Gewalt weiter bestehen kann.»

Maas will den gegenwärtigen Vorsitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat nutzen, um das Thema voranzubringen. So soll der Sicherheitsrat eine Resolution verabschieden, die Konsequenzen für Unterstützer sexueller Gewalt gegen Frauen aufzeigt. Gedacht ist dabei auch an gezielte Sanktionen gegen Täter und ihre Anführer. Eine informelle Arbeitsgruppe soll sich mit dem Thema befassen.

Bereits im Jahr 2000 hatte der Sicherheitsrat auf Initiative Namibias in der Resolution 1325 dazu aufgerufen, Frauen zu schützen, gleichberechtigt in Friedensverhandlungen und Wiederaufbau einzubeziehen und Straftaten zu verfolgen. Im Jahr 2008 forderte die Resolution 1820 auf Initiative der USA mehr Einsatz der Staaten gegen sexuelle Gewalt als Methode der Kriegsführung und brachte sexuelle Gewalt als Entscheidungsfaktor für Sanktionen ins Spiel.

Pramila Patten, die UN-Sonderbeauftragte im Kampf gegen sexuelle Gewalt in Konflikten, sieht trotz des jahrelangen Einsatzes der Vereinten Nationen keinen nennenswerten Rückgang der Anzahl der Fälle. Eines der Probleme sei, dass die Gewalt häufig auch von nichtstaatlichen Akteuren ausgehe, auf die die UN keinen Einfluss ausüben könnten, sagte sie in New York.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.