Anschlag in Neuseeland

14. Juni 2019 07:13; Akt: 14.06.2019 07:18 Print

Attentäter plädiert auf nicht schuldig

Ein rechtsextremer Australier hatte am 15. März in zwei Moscheen in Christchurch 51 Menschen getötet. Er weist die Vorwürfe zurück.

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Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit 51 Toten hat der Täter am Freitag in allen 92 Punkten der Anklage auf «nicht schuldig» plädiert. Der Rechtsextremist aus Australien war per Video aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland zugeschaltet worden.

Nach Medienberichten lächelte er, als sein Verteidiger für ihn auf «nicht schuldig» plädierte, während ein Raunen der Opfer oder ihrer Familien durch den Gerichtssaal ging.

Das Gericht sitzt in Christchurch, wo bei dem Angriff auf die beiden Moscheen Mitte März insgesamt 51 Menschen getötet worden waren. Dem 28 Jahre alten Brenton Tarrant aus Australien droht deshalb lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Täter 51-fachen Mord sowie 40-fachen Mordversuch sowie Terrorismus vor.

Tarrant sitzt seit den Anschlägen in Neuseelands einzigem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland etwa 1000 Kilometer von Christchurch entfernt in Untersuchungshaft.

Schachzug des Maßenmörders

Am Freitag ging es vor Gericht unter anderem um ein Gutachten zu seiner Schuldfähigkeit. In Neuseeland ist dies in solchen Fällen ein gängiges Verfahren. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte Tarrant aber Verhandlungsfähigkeit, wie am Freitag vor dem High Court in Christchurch vorgetragen wurde. Richter Cameron Mander setzte eine nächste Anhörung auf den 15. August und den eigentlichen Prozessbeginn auf den 4. Mai kommenden Jahres fest. Mit dem Bekenntnis auf «unschuldig» kommt es zum Prozess - andernfalls wäre das öffentlichkeitswirksame sogenannte Trial beendet gewesen.

Der Täter hatte große Teile der Tat mit einer Helmkamera über Facebook live ins Internet übertragen. Zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge einen terroristischen Hintergrund hatten.

Neuseeland hatte nach dem Anschlag rasch gehandelt und Sturmgewehre sowie halbautomatische Waffen verboten. Facebook hat als Folge der Live-Übertragung der Bluttat von Christchurch neue strenge Regeln eingeführt. Zudem haben Internet-Riesen wie Amazon, Facebook oder Google und 17 Staaten bei einem «Christchurch-Gipfel» in Paris im Mai ein internationales Bündnis gegen Terrorvideos im Netz geschmiedet. Unter anderem stellten Microsoft, Twitter, Facebook, Google und Amazon mehr konkrete Schritte sowie Investitionen zum Kampf gegen Terror-Inhalte im Netz in Aussicht.

(L'essentiel/roy/sda/afp)

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